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Primorsko
Zur Dämmerung leisten uns Einheimische Gesellschaft. Sie kommen sehr oft hierher, erzählen sie. Auf einem provisorischen Blechgrill werden Muscheln geröstet. Man benötigt etwas Geduld, aber nach einer gewissen Zeit öffnen sich die Muscheln. Etwas zögerlich nehmen wir die Einladung, doch einmal zu kosten, an und genießen das schmackhafte Fleisch. Die Muschelköche tauschen gern das inzwischen in der Quelle gut gekühlte Bier mit mehreren Portionen dieser köstlichen Meeresfrucht.
In Bulgarien wird wildes Campen toleriert, weshalb einige Bulgaren hier ihr Nachtlager aufschlagen. In Ein kleines Lagerfeuer wird entzündet, und wir hören dem rauschendem Meer, dem heimischen Gesang und den Geschichten bei untergehender Sonne zu. Da an der bulgarischen Schwarzmeerküste die Nächte sehr frisch werden können, wandern wir in der lauen Sommernacht in unser Hotel nach Sosospol zurück. Etwa zwanzig Kilometer südlich von Sosopol befindet sich, an der Mündung des gleichnamigen Flusses, das 1.000 Hektar umfassende Naturschutzgebiet Ropotamo, in dem das größte Seerosengebiet Bulgariens, seltene Wildkatzen sowie Schakal- und Reptilienarten bestaunt werden können. Ausgerüstet mit wasserdichten Schuhwerk lohnt es sich, mindestens einen ganzen Tag in diesem Naturreservat zu verbringen. Die Natur liefert ein faszinierendes Schauspiel.
Etwa sieben Kilometer weiter südlich ist ein Bad in Ruhe und Abgeschiedenheit unvorstellbar. Primorsko entpuppt sich als eklatanter Gegensatz. Dieser Ort möchte durch massive bauliche Investitionen einer der bedeutendsten Urlaubsorte Bulgariens werden. In Primorsko gibt es immer freie Quatiere. Zu empfehlen ist der Aufenthalt vor allem den Touristen, die sehr gern unter vielen Menschen sind. Unweit der Stadt etwas im Wald versteckt findet man das ehemalige Jugendlager "Georgie Dimitroff". Heute ist es eine der größten Jugendferienclubanlagen Europas.

