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Sosopol

Bulgarien scheint zu bieten, was deutsche Urlaubsherzen begehren: einen weißen Sandstrand, sauberes Wasser und eine möglichst kurze Anreise. Diesen Eindruck erhält man, wenn man im Flughafen mit den Passagieren spricht, die alle zum ersten Mal die goldenen Strände in Varnas Umgebung, in Kavarna, Obzor, Nessebar oder weiter südlich, in Sosopol oder Primorsko erleben wollen. Die Urlaubsveranstalter bieten in der Regel zwei Anflughäfen, im Norden bei Varna und im südlicheren Burgas. Wir wollen Land und Leute kennen lernen, die Küste und das angrenzende Hinterland erkunden und fliegen daher nach Burgas.

 

Nach ca. zweieinhalb Flugstunden erreichen wir das Schwarze Meer. Unser erstes Ziel ist die historische Stadt Sosopol. Immer die Küstenstrasse entlang erreichen wir nach nur 40 Kilometern die Stadt. Wir müssen unseren Mietwagen auf dem Parkplatz vor der Stadt parken, denn in Sosopol herrscht absolutes Fahrverbot. Nach kurzem Fußmarsch liegt die auf einer länglichen Felsenhalbinsel romantische Altstadt mit ihren typischen Schwarzmeerhäusern vor uns. Die Straßen sind eng und mit großen Steinen gepflastert. Den Häusern sieht man ihr Alter an, sie sind mit zum Teil ergrauten Brettern verkleidet, die vor der salzigen Meeresfeuchtigkeit schützen sollen. Die oberen, die Wohnetagen, ragen meist über den unteren hervor und sind mit Erkern, kleinen Terrassen und Balkonen versehen. Die massiv gemauerten unteren Etagen dienen als Keller und Vorratsraum.

 

Das 2.700 Jahre alte Sosopol ist im wahrsten Sinne malerisch. Jeden Blickwinkel möchte man in Erinnerung behalten. An jeder Ecke sitzen Künstler, die ihr Bild der Altstadt auf Leinwand oder zu Papier bringen. Am nördlichen Rand der Altstadt hat man eine gute Aussicht auf das Schwarze Meer und auf die größte Insel der bulgarischen Küste, die Sweti Iwan. Leider gibt es auf ihr keine nennenswerte Vegetation. Sie ist kahl und trägt nur einen Leuchtturm. Wer einige Zeit diese Stadt auf sich wirken lässt, der beginnt zunehmend das Fahrverbot zu genießen. Zu Sosopols Altstadt passen keine Autos. Die Sosopoler selbst sind sehr gastfreundlich. Wir entscheiden uns in Sosopol zu übernachten. Da es keine großen Hotels gibt, schlendert wir durch die Stadt und fragen nach freien Zimmern. Hier sind nicht Luxus und Komfort Trumpf, sondern Einfachheit und Schlichtheit. Manche Gastgeber haben ganze Wände und Fotoalben voll mit Autogrammkarten von Malern, Schauspielern und Schriftstellern, die bei ihnen übernachtet haben.