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Nordsee-Urlaub in Dänemark - Verschnaufpause vom Alltag

Für die meisten Menschen von heute ist der Alltag voller Hektik, und die Anforderungen am Arbeitsplatz steigen kontinuierlich. Das Risiko, gestresst und ausgebrannt zu werden, stellt allmählich die größte Gefahr für die Gesundheit dar. Es gibt jedoch ein erprobtes Gegenmittel: Man reißt inmitten der dunklen Jahreszeit einige Tage aus dem Kalender und gönnt sich einen Ferienhaus-Aufenthalt an der dänischen Nordseeküste. Man schaltet einen Gang zurück, genießt das Meer und den Wind, und geht auf Schatzsuche nach dem Gold Dänemarks – dem Bernstein.

 

Wenn die meisten Touristen nach Hause gereist sind, bietet die dänische Nordseeküste von der Grenze bis nach Skagen eine Atempause vom aufgedrehten Tempo des hektischen Alltags. Es ist in erster Linie das enorme Meer, das entspannend wirkt. Ein langer Strandspaziergang im Gegenwind lässt die Probleme des Alltages gleich viel überschaubarer erscheinen, angesichts des mächtigen Rauschens einer unendlichen See. Die Wolken fliegen über den Himmel, und die Sonne steht so niedrig, dass man blinzeln muss.

Nach einem Spaziergang am Wasser oder entlang der windabweisenden Dünen ist es ein Vergnügen, ins Ferienhaus zurückzukommen, das manchmal nur ein paar Schritte vom Strand entfernt ist. Die dänischen Ferienhäuser sind eine einzigartige Urlaubsform: Sie liegen fast immer am Meer – und sie gehören privaten dänische Familien, die ihre Häuser für die Vermietung an Touristen zur Verfügung stellen.

Das heißt, dass man zu Gast bei Herrn Hansen oder Frau Pedersen ist, dass sie einen in ihre eigenen vier Wände einladen. Nicht zwei Häuser sind gleich, und jedes Haus ist vom Geschmack und den Interessen des Eigentümers geprägt. Doch sind alle Bequemlichkeiten vorhanden, die benötigt werden – gerade in der kalten und windigen Jahreszeit. Zur Ausstattung gehören: eine moderne Küche, Geschirrspüler und Waschmaschine, Satelliten-TV und Stereoanlage – und ganz oft zusätzlich noch Kaminofen, Whirlpool, Sauna und Schwimmbad.

 

Die Ferienhäuser sind ein Ort, an dem man gemütlich beisammen sein kann und so seine Ferien in entspannter Atmosphäre genießen kann: Kochen, Karten spielen oder Krimi lesen stehen auf der Tagesordnung, während das Feuer lebhaft im Kamin knistert und der warme Kakao auf dem Tisch vor sich hin dampft.

Viele verbinden außerdem einen Urlaub an der jütländischen Westküste mit der Jagd nach ”den Tränen der Götter” oder ”Dänemarks Gold”. Lieben Kindern gibt man viele Namen, und es ist ein ganz besonderes Erlebnis, mit Gummistiefeln in die Brandung zu gehen und danach zu suchen. Natürlich ist die Rede vom Bernstein. In Wirklichkeit ist es 30-50 Millionen Jahre altes Harz von der Bernsteinkiefer.

Es braucht Erfahrung, Geduld und auch eine gute Portion Glück, um einen Bersteinklumpen zu finden. Doch am besten ist es gerade an der jütländischen Westküste, wenn der Wind einige Tage aus West oder Südwest geweht hat, und das Wasser danach ruhig wird. Der meiste Bernstein treibt mit Seepflanzen und Tang an Land.

Möglicherweise ist Bernstein der älteste Edelstein der Welt. Wir wissen, dass bereits in der älteren Steinzeit die alten Nordbewohner den Bernstein wertschätzten und damit in Tauschgeschäften mit Händlern aus Italien und Griechenland bezahlten. Im Rom der Kaiserzeit war Bernstein hoch modern und wurde nicht nur für Schmuck eingesetzt, sondern auch für Becher und andere praktische Zwecke. Die Römer wussten auch, dass, wenn Bernstein angezündet wird, es einen aromatischen Duft ausscheidet, und daher als Weihrauch verwendet werden konnte. Das Meisterwerk aller Meisterwerke aber war das heute verschwundene Bernsteinzimmer in Sankt Petersburg.

Sollte man das Glück haben, einen Bernstein zu finden, ist es eigentlich ganz einfach, ihn von einem normalen Stein zu unterscheiden. Bernstein ist leicht und hat nur ein Drittel des Gewicht eines gewöhnlichen Steines. Zudem weist Bernstein einen hohlen Klang auf: wenn man ihn vorsichtig gegen die Zähne klopft, klingt er hohl. Mit einem Stein kann man im Bernstein kratzen, so dass sich kleine Splitter lösen. Schließlich brennt Bernstein mit einer roten, rußigen Flamme. Im Übrigen wird Bernstein elektrisch, wenn man ihn reibt – und das Wort stammt tatsächlich aus dem griechischen Wort für Bernstein, ”Elektron”.