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Turku (Åbo) – „Wiege der finnischen Kultur“

Nach Turku, die fünftgrößte und zugleich älteste Stadt Finnlands, wurde vor 776 Jahren von Papst Gregor IX. hierher der Bischofssitz verlegt. Die Hansestadt ist auch als historisch interessante und bedeutende „Wiege der finnischen Kultur“ bekannt. Sie beeindruckt mit ihrer mittelalterlichen Atmosphäre und ist dennoch eine hoch moderne Stadt, die das ganze Jahr über für Besucher viel zu bieten hat.

 

Turku (schwedisch: Åbo) liegt in Südwestfinnland, etwa 165 Kilometer nordwestlich der finnischen Hauptstadt Helsinki. In Turku werden offiziell zwei Sprachen gesprochen: Finnisch und Schwedisch, 5,1 Prozent der 175.000 Einwohner (im Raum Turku ca. 300.000 Einwohner) sind schwedischsprachig. Durch Turku fließt die Aurajoki, die mit der einzigartigen Schärenregion, einer der schönsten Archipele der Welt, verbunden ist. Die Schärenregion ist mit dem Auto, Fahrrad, Bus oder Boot leicht zu erreichen. Die größten der über 20.000 Inseln sind über Brücken und ausgezeichnete, zudem  teilweise kostenlose Fährverbindungen miteinander verbunden.

 

Bei einem Spaziergang von der Domkirche zum Schloss – den beiden Wahrzeichen Turkus - entlang des Flusses Aurajoki lässt sich der besondere Charme der Stadt am besten erfahren: hier reiht sich eine Sehenswürdigkeit an die andere. Der Dom zu Turku ist das finnische Nationalheiligtum. Die der Jungfrau Maria gewidmete Kirche wurde 1300 zum Dom geweiht. Zur gleichen Zeit wurde auch der erste finnische Bischof, der Heilige Henrik, zum Schutzheiligen ernannt. Bischöfe, Kriegsherren sowie eine Königin haben im Dom ihre letzte Ruhestätte gefunden. Das Dommuseum auf der Südempore der Kirche lädt zu einem Ausflug in die Kirchengeschichte ein. Die Burg zu Turku (Turunlinna), deren Errichtung um 1280 begonnen wurde, ist einer der bedeutendsten nationalen Schätze Finnlands. Ihre Glanzzeit erlebte die Burg im 16. Jahrhundert, in der Zeit von Herzog Johan und Katarina Jagellonica, in der auch das Renaissancestockwerk entstand. Im historischen Museum, das in der Vorburg untergebracht ist, wird in diversen Ausstellungen die Historie der Stadt aufgearbeitet.

 

Einen Besuch lohnen auch der alte Markt mit seinen schönen Gebäuden im neoklassizistischen Stil, das Kunstmuseum, das Apothekenmuseum und das Staatstheater, in dessen Nähe auch die Shopping-Freunde zu ihrem Recht kommen: Das Hansa-Zentrum ist ein Stadtteil mit Geschäften, Gaststätten und dem Kaufhaus Stockmann. In dem einzigartigen historischen Stadtteil Luostarinmäki befindet sich das Handwerksmuseum, in dessen Holzgebäuden die Werkstätten und Wohnungen etwa 30 verschiedener Handwerker untergebracht sind. Die Werkstätten, in denen man im Sommer Handwerkern bei ihrer Arbeit zuschauen kann, bieten einen umfassenden Einblick in die vorindustrielle Handwerksproduktion.

 

Im Sommer 2005 war ein Turku-Besuch ein „Muss“ für alle Elvis-Fans: Anlässlich des 70. Geburtstages, den Elvis Presley in diesem Jahr gefeiert hätte, wurde vom 10. Juni bis zum 31. Juli 2005 die weltweit größte private Elvis-Sammlung, die jemals in Europa ausgestellt wurde, in der finnischen Stadt Nådendal in der Nähe von Turku gezeigt. Informationen über das Leben des King of Rock sowie eine Fotoausstellung in Turku waren Teil der Ausstellung „Footsteps of Elvis“.

 

Turku bedeutete in der alten finnischen Sprache„Marktplatz“ und die Bedeutung von Handel und Wirtschaft hat sich von der Zeit der Hanse bis heute nicht geändert. Die wichtigsten Branchen sind Metall-, Pharma-, Lebensmittel- und chemische Industrie sowie die Telekommunikation. Nach neuem Wachstum strebt man zielbewusst in der Bio-Branche. Die meisten Unternehmen dieser Branchen haben sich im Wissenschaftspark Turku angesiedelt. In Turku gibt es vier Hochschulen, ein Fünftel der Einwohner sind Studenten.

Turku - Stadt des finnischen Weihnachtsfriedens

Zu Weihnachten lassen die Finnen ihre Jahrhunderte alten Traditionen aufleben. Schon seit dem Mittelalter wird am 24. Dezember um 12:00 Uhr auf dem Alten Großmarkt in Turku der Weihnachtsfrieden ausgerufen.

 

Tausende Menschen versammeln sich, um zu hören, wie der Direktor der Stadtverwaltung vom Balkon des Brinkkala-Hauses zu Frieden und Besinnlichkeit aufruft. Nicht nur dieser Tradition ist es zu verdanken, dass sich von Turku aus viele Weihnachtsbräuche in ganz Finnland verbreiteten. Turku gilt als die „Weihnachtsstadt“ Finnlands und hat zwischen dem 2. Dezember und dem 13. Januar weit mehr zu bieten als den üblichen Weihnachtsmarkt.

 

Den Auftakt der weihnachtlichen Festlichkeiten bildet eine Zeremonie am 2. Dezember: Wenn die glitzernden Lichter des Weihnachtsbaums zum ersten Mal erleuchten, ist die Weihnachtsstadt für alle Besucher eröffnet. An den Adventswochenenden laden der traditionelle Weihnachtsmarkt auf dem Alten Großmarkt und, als besondere Attraktion, ein von Kindern arrangierter Weihnachtsmarkt zum Bummeln ein. Zahlreiche Darbietungen und Veranstaltungen runden das Programm der Weihnachtsstadt ab: Chöre erfüllen das Nationalheiligtum Finnlands, den Dom von Turku, mit weihnachtlichen Klängen, Museen bieten kulinarische Köstlichkeiten und Weihnachtshandwerk – und natürlich darf ein festlicher Umzug der Lichterkönigin Lucia am 13. Dezember nicht fehlen. Die weihnachtlichen Aktivitäten in Turku finden traditionell mit dem Knutstag am 13. Januar ihr Ende.