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Die Belfriede Nordfrankreichs gehören zum Weltkulturerbe der UNESCO
23 Belfriede (beffrois) der nordfranzösischen Regionen Nord-Pas de Calais und Picardie wurden von der UNESCO im Juli 2005 in Durban (Südafrika) als Patrimoine Mondial de l’Humanité eingestuft.
Es ist sehr selten, dass ein Architekturensemble (das in einer ganzen Region verteilt ist) die Auszeichnung als Weltkulturerbe erhält. Bis heute haben nur drei andere französische Gebiete die Auszeichnung erhalten: die Höhlen von Lascaux, der Canal du Midi und das Loire-Tal.
Das Besondere am nordfranzösischen Weltkulturerbe ist, dass das Gebiet, das anerkannt wurde, sich über zwei französische Regionen erstreckt und sogar bis nach Belgien reicht. Dies ist in der Geschichte der UNESCO einmalig. Es sind insgesamt 55 Belfriede, die umfasst sind, davon 23 in Nordfrankreich.
Die Entscheidung des Komitees für das Weltkulturerbe bezeugt die Anerkennung der nordfranzösischen Kultur und Geschichte, die ganz besonders in Nordfrankreich geprägt sind. Von den Belfrieden (oder auch Stadttürmen genannt) aus, die besonders in Flandern, im Artois und im Hainaut errichtet wurden, überwachte man lange Zeit das Umland und schlug bei Gefahr Alarm. Ab dem 14. Jhd. wurden sie mit großen Uhren ausgestattet und mit Glockenspielen, die noch heute ein Wahrzeichen der Gemeinden im Nord - Pas de Calais sind. Der berühmte Uhrturm von Douai mit seinem Schieferdach ist in jedem Fall einen Besuch wert. Der Uhrturm in Lille bietet einen außergewöhnlichen Panoramablick über die Großstadt und prägt mit seinen Klängen unermüdlich den Rhythmus der Altstadt, unter anderem mit der berühmten Melodie „P’tit Quinquin“. Ein Stück weiter an der Küste wacht der Uhrturm von Calais über Rodins berühmtes Denkmal „Die Bürger von Calais“. Der Uhrturm in Bailleul überragt die weiten Ebenen Flanderns.
Die Einstufung in der Weltliga des Unesco-Weltkulturerbes hat auch Auswirkungen in der Touristikindustrie. Dies bedeutet in der Regel eine Steigerung in Höhe von 30% der Besucher sowie Arbeitsbeschaffung und positive Wirtschaftsentwicklung.
Jedes Städtchen, die einen Belfried besitzt, wird in der näheren Zukunft besondere Stadtbesichtigungen in verschiedenen Fremdsprachen anbieten. Auch eine Strasse der Belfriede soll bald entstehen.
22 Städte der Region Nord-Pas-de-Calais und des Departements Somme in der Region Picardie hatten sich Anfang 2005 um die Einstufung beworben.
„Zu Ehren des Bergbaureviers“
Das ehemaliger Bergbaurevier von Nord-Pas de Calais steht im Fokus der Aufmerksamkeit. Seit 2006 zählt es dank der Vereinigung “Bergbaurevier UNESCO“ zum UNESCO-Weltkulturerbe. Und dazu kommt noch als ganz besonderes Zuckerstückchen, dass in der Stadt Lens, die im Zentrum des ehemaligen Bergbaureviers liegt, im Jahr 2005 der Louvre II eröffnet wird, eine „Außenstelle“ des Louvre in Paris. Hier sollen dann einige Hundert wichtige Werke aus den Sammlungen des Pariser Museums gezeigt werden.

