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Belfast wird immer moderner und attraktiver
Belfast erlebt zur Zeit, was Dublin bereits in den neunziger Jahren prägte: Der große Sprung nach vorn. Vor allem entlang der Uferlinie hat sich die nordirische Hauptstadt mit dem Odyssey Centre und der Waterfront Hall (einem Konferenzzentrum, das auch für Konzerte und Ausstellungen genutzt wird) bereits prägnant verändert. Titanic Quarter und das neue Kunst- und Vergnügungsviertel am Custom House sind Stichworte für die unmittelbare Zukunft. Wachsende Touristenzahlen zeugen von dieser Entwicklung und einem Ende der gewalttätigen politischen Auseinandersetzungen.
The Odyssey – das Symbol des neuen Belfast
Auf einem gut neun Hektar großen Dock entstand unmittelbar am River Lagan binnen weniger Jahre eine der größten Besucherattraktionen Irlands, der Odyssey-Komplex. Er besteht aus drei Hauptbereichen, der Arena, dem Museum W5 und dem Pavillon nebst Imax-Kino. Die Arena ist Irlands größtes überdachtes Stadium, das je nach Veranstaltungsart bis zu 10.000 Zuschauern Platz bietet. Das professionelle Eishockey-Team der Belfast Giants absolviert hier seine Heimspiele, die Popgruppe Westlife hat in der Arena bereits ein ausverkauftes Konzert gegeben.
5W
Das Wissenschaftsmuseum 5W erhielt seinen ungewöhnlichen Namen von den fünf Frageworten, mit denen man die meisten Antworten sucht: Was? Wer? Wie? Wo? Wann? Das interaktive Zentrum erklärt die Welt der physischen Gesetze, wobei die Themen Energie und Bewegung besondere Schwerpunkte bilden. Es macht vertraut mit der Welt der Sinne, insbesondere mit Licht und Ton. Das Zentrum, das mit einem traditionellen Museum fast nichts mehr gemein hat, erlaubt den Besuchern aller Altersgruppen auch, ihre kreativen Ideen auf vielerlei Art direkt zu erproben.
Pavillon
Der Pavillon wird vor allem durch Geschäfte, Restaurants und Kinos geprägt. Neben dem Multiplex-Kino mit zwölf Leinwänden gibt es noch ein Imax-Theater mit einer Riesenleinwand. Vor ihr finden bis zu 380 Zuschauer Platz, sie können dort sogar 3-D Filme anschauen. Zum kulinarischen Angebot gehören unter anderem ein spanisches Tapas-Restaurant, ein klassischer American Diner und Irlands erstes Hard Rock Café.
Belfasts klassische Sehenswürdigkeiten – eine kleine Auswahl
Die mächtige City Hall wurde 1888 eröffnet, damals erhielt Belfast sein Stadtrecht von Queen Victoria. Das im Edwardian Style errichtete Gebäude diente einigen Rathäusern im British Empire als Vorbild, beispielsweise im südafrikanischen Durban. Der Rasen vor dem Haupteingang ist vor allem im Sommer ein beliebter Treffpunkt.
Der Crown Liquor Saloon in der Great Victoria Street ist wegen seiner üppigen viktorianischen Dekoration eines der bekanntesten Pubs auf der Insel. Es gehört der Denkmalschutz-Organisation National Trust.
Das Quartier rings um St. Anne’s Cathedral war in der Vergangenheit wegen seiner Kneipen beliebt bei allen Seeleuten. Nach einigen Jahrzehnten der Vernachlässigung wurde es behutsam wiederbelebt und ist heute ein vitales Künstler- und Medienviertel. Beliebt ist das alljährliche Cathedral Quarter Arts Festival.
St. George’s Market wurde 1896 erbaut und kürzlich aufwändig restauriert. Die elegante Markthalle in der Oxford Street ist die älteste Irlands. Markttage sind Dienstag und Freitag, die Halle wird aber auch für kulturelle Veranstaltungen genutzt.
Das Konferenzzentrum The Spires entstand 1905 im damaligen Stil, es ist bekannt für seine bunten Glasfenster. Viele Touristen besuchen hier auch die Designershops und Cafés.
Nicht nur ein Kindertraum ist Aunt Sandra’s Candy Factory in der Castlereagh Road, deren Bonbons und andere Süßigkeiten teilweise auf mehr als 100 Jahre alte Rezepturen zurückgehen.
Der Lagan Lookout birgt ein Informationszentrum zur Revitalisierung dieses Stadtteils am Wasser. Hier steht auch das meistfotografierte Kunstwerk der Stadt, ein überdimensionaler Lachs, gestaltet von John Kindness.
Auf dem ca. 130 Meter hohen Cave Hill über dem Belfast Lough, der Bucht von Belfast, thront Belfast Castle. Die heutige schlossartige Burg hatte mehrere Vorgänger, die erste Festung wurde hier im 12. Jahrhundert von den Normannen errichtet. Seit mehr als einem halben Jahrhundert finden in dem öffentlich zugänglichen Gebäude viele Familienfeste statt, auch das Restaurant ist ein beliebter Treffpunkt.
An den Hängen des Cave Hill erstreckt sich der Belfast Zoo, der als einer der besten Tiergärten Europas gilt und überdies weite Blicke über die Stadt und Belfast Lough bietet.
Die Queens University entstand 1845-1849 nach einem Entwurf von Charles Lanyon. Die Universität hat ein eigenes Besucherzentrum, das hilfreich ist bei einem Bummel über den Campus.
In der Nähe der Universität liegen die 1827 gegründeten Botanic Gardens, deren Glanzstück ein Mitte des 19. Jahrhunderts erbautes Palmenhaus ist.

