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Der Nordwesten
Nirgendwo in Europa gibt es höhere Klippen am Meer, nirgendwo in der Welt gibt es ein größeres gälisches Sprachgebiet als im Nordwesten. Die Felsen von Slieve League fallen mehr als 300 Meter steil ab in den Atlantik und in der Gaeltacht Region lebt die Sprache der Kelten noch. Aber die fünf Grafschaften Cavan, Donegal, Leitrim, Monaghan und Sligo haben touristisch weit mehr zu bieten.
Das dünnbesiedelte Gebiet entlang der – überall offenen – Grenze zu Nordirland reicht von der Nordspitze Irlands entlang der nördlichen Westküste und dann nach Osten quer durch die Insel fast bis zur Irischen See. Geboten wird eine Reihe von historischen und Natur-Sehenswürdigkeiten, bei denen die Gäste so gut wie nie in der Warteschlange stehen müssen. Glenveagh National Park, Glencolmbcille Folk Museum, Sligo Folk Park und Donegal Castle sind die berühmtesten Attraktionen.
Sligo, Donegal und Cavan sind die wichtigsten Städte, Carrick-on-Shannon besitzt eine der größten Basen für Kabinenkreuzer am River Shannon. Der Nordwesten ist aber nicht nur wegen seiner Flüsse und Seen ein geschätztes „Outdoor“-Revier. Fünf Fernwanderwege und zahlreiche kürzere Rundkurse sprechen die Wanderer an. Der geringe Verkehr auf den Straßen erfreut die Radler. Reiter, die überall in der Region Reitzentren vorfinden, werden von der hügeligen Landschaft und den menschenleeren Stränden begeistert.
Auch die Angler gehören zu den „Stammkunden“ im Nordwesten, vor allem die Hochsee- und die Lachsangler preisen das Revier. Leitrim lockt sogar mit dem „Fluss mit der frühsten Lachssaison Irlands“. Aber auch die Seen und Flüsse sind vorzügliche Angelgewässer. Mit dem Shannon-Kreuzer geangelt und gleich in die Pfanne an Bord: Frischer kann eine Forelle nicht auf den Teller kommen.
Nirgendwo auf dem Globus gibt es mehr „Links“, mehr Golfplätze in den Dünen. Links wie Rosses Point, Ballyliffin und Murvagh zählen zu den besten ihrer Art in Europa. Surfer loben die Wogen an den Stränden von Easkey, Strandhill, Rossnowlagh oder Bundoran.
Die irische Musik spielt in dieser traditionsreichen Landschaft naturgemäß eine große Rolle. In vielen Pubs wird nicht nur am Wochenende musiziert und gesungen. Kein Wunder, dass Künstler wie Rory Gallagher, die früh gestorbene Blueslegende, die Sängerin Enya oder die Band Westlife aus diesem Teil der Insel stammen.
Wo die Musik blüht, ist in Irland auch stets die Literatur lebendig. Nobelpreisträger William Butler Yeats ist mit Sicherheit der bekannteste Name, aber auch Patrick Kavanagh, Patrick McCabe und Shane Connaughton trugen viel dazu bei, den Nordwesten auf der irischen Literatur-Landkarte hervorzuheben.

