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Emilia Romagna: Spitze im Umweltschutz

Laut einer in diesem Jahr durchgeführten Studie des Fremdenverkehrsamtes der Emilia Romagna APT Servizi ist die romagnolische Adriaküste eine der führenden Regionen Europas in Bezug auf Umweltschutz. Insgesamt wurden bei dieser Untersuchung 14 Seebäder entlang der Adriaküste der Emilia Romagna überprüft. Goro, Comacchio, Codigoro, Gatteo Mare, San Mauro Pascoli, Ravenna, Cervia, Cesenatico, Bellaria Igea Marina, Savignano, Rimini, Riccione, Misano und Cattolica.

 

Dass die Emilia Romagna in Sachen Umwelt bestens vorbereitet und organisiert ist, sehen Gäste an jedem Strand: Glas, Papier, Plastik und Bio-Abfall werden in allen Seebädern getrennt gesammelt und recycelt. Über 25 Prozent des jährlich pro Kopf produzierten Abfalls werden wiederaufbereitet. Im Umweltschutz einzigartig ist außerdem die hier angewandte italienische Vorgehensweise, auch Abfall aus dem Meer mit speziellen Maschinen zu sammeln und zu trennen, um das Problem der Stranderosion zu bekämpfen. Dadurch können rund 70 Prozent des Sandes wieder verwendet werden.

 

Die seit 1984 systematisch erneuerten Kläranlagen garantieren außerdem die Versorgung der Bevölkerung mit phosphor- und stickstoffunbelastetem Wasser.

 

Darüber hinaus ist die Emilia Romagna dank der Kiefernwälder von Ravenna und Cervia sowie der Nationalparks Foreste Casentinesi und Po-Delta mit insgesamt 39,92 Quadratmetern Grünfläche pro Einwohner eine der grünsten Regionen Italiens.

Aktivurlaub in der Emilia Romagna

Die Emilia Romagna zeichnet sich durch ein mildes Klima, sanfte Hügel, steile Felsen und natürlich das Meer aus. So vielfältig sich die Natur in der Emilia Romagna zeigt, so vielfältig sind auch die Möglichkeiten, sich dort sportlich zu betätigen. Wen es nicht allein zum Baden an den Strand zieht, der hat in der Emilia Romagna zahlreiche Möglichkeiten, das idyllische Hinterland der Adria mit seinen Pinien- und Zypressenwäldern zu erforschen. Auch die Bergwelt des Appenin und Naturschutzgebiete wie die Gegend des Po-Deltas mit seinen wilden Pferden und Vögeln, seinen unberührten Sumpflandschaften und historischen Sehenswürdigkeiten, sind gut zu Fuß oder mit dem Rad zu erobern. Zahlreiche Wander- und Radwege führen durch die schönsten Landschaften.

 

Die Fahrradrouten unterschiedlichster Schwierigkeitsgrade eignen sich für Familienausflüge ebenso wie als Trainingsstrecken für ambitionierte Sportler, die den Spuren des Radprofis Marco Pantani aus Cesena folgen. Besonders interessant ist die Tour "von Küste zu Küste". Hier werden Fahrradfreunde von der Toskana bis an die Adriaküste geführt. Auf der Karte sind viele Sehenswürdigkeiten entlang der Wege beschrieben, zu denen sich ein Abstecher lohnt. Da die Sportart in der Region sehr beliebt ist haben sich einige Hotels speziell auf die Bedürfnisse der radelnden Urlaubsgäste eingestellt. Sie bieten Massagen an oder sind mit Fahrradwerkstätten ausgestattet.

 

Verschiedene reizvolle Reitwege bieten die Möglichkeit, die Region per  Pferd zu entdecken. Vor allem im Appenin wurden zahlreiche Wege für Gäste hoch zu Ross angelegt, unter anderem auch die historisch interessante "Matilde von Canossa Straße" in der Provinz Reggio Emilia oder die "Guidi und Malatesta Straße" in der Provinz Rimini. Die "Straße der zwei Parks" führt aus dem wildromantischen Po Delta Park bis ins Herz des urwüchsigen Casentinesi Wälder Parks im Appenin.

 

Eine alte Tradition ist auch das Segeln. Entlang der Küstenorte gibt es überall die Möglichkeit, Segelkurse zu belegen oder einfach als Gast auf Segelbooten mit zu fahren. Länderübergreifende Segelkreuzfahrten führen entlang der Adriaküste der Emilia Romagna mit Ausflügen nach Kroatien. Das Highlight für Segler und Yachtbesitzer ist die Marina di Ravenna, ein neu erbauter Yachthafen mit 1.500 Anlegeplätzen.

 

Freunde des Golfsports finden dazu in der Region auf 21 Golfplätzen genügend Gelegenheiten. Das Besondere an den Golfplätzen in der Emilia Romagna liegt sicherlich in ihrer Vielseitigkeit: Weitläufige Fairways ganz nahe am Meer, bewaldete, enge Fairways am Rand der Berge und abwechslungsreiche Golfplätze rund um die Kulturstädte garantieren auf jeder Runde aufs Neue interessante Eindrücke.

Modena - Stadt von Ferrari und Maserati

Die Stadt ist gepflegt und sauber, das historische Zentrum bildet eine großräumige verkehrsberuhigte Zone, die sich sehr schön zu Fuß erobern lässt. Die Autos bleiben an roten Ampeln stehen, und viele der wohlhabenden Einheimischen können es sich bei nur geringer Arbeitslosigkeit leisten, die niederen Arbeiten von zugereisten Afrikanern oder Albanern erledigen zu lassen. Modena, in der Emilia-Romagna, der Stadt von Ferrari und Maserati, ist reich und schön gleichermaßen.

 

Dabei sind es nicht nur die reichlich vorhandenen "großen" Sehenswürdigkeiten, sondern auch die Details, die den Charme des Zentrums ausmachen. So erinnert auf Wegen und Plätzen der Straßenbelag daran, dass Modena an den Flüssen Secchia und Panaro liegt - gepflastert wurde mit grauen Kiesel, wie sie von den Flüssen aus den Bergen ins Tal befördert werden. Derart gepflastert ist auch die Piazza Grande, an der der Dom und das prachtvolle zur Besichtigung geöffnete Rathaus liegen, an dem das religiöse und das weltliche Leben neben- und miteinander existieren. Vor dem Rathaus steht der "Rednerstein". Benutzt wurde die dicke Steintafel in alter Zeit als Podest, von dem aus Reden ans Volk gehalten wurden. Schuldner mussten sich, nachdem der Stein mit einer ätzenden Flüssigkeit beschmiert wurde, mit nacktem Hintern draufsetzen und wurden so öffentlich erniedrigt. Auch wurden hier die Leichen unbekannter Ertrunkener ausgestellt, in der Hoffnung, ein Passant werde sie identifizieren.

 

Allein der Dom ist schon einen Besuch wert. Mit seinem Bau in romanischen Stil wurde vor gut 900 Jahren begonnen. Er ist ein hervorragendes Beispiel für die Kunst und Kultur des frühen Mittelalters. Faszinierend schon die Fassade, wo der Künstler Wiligelmus auf Steintafeln in einer Bildergeschichte die Genesis erzählt, von der Erschaffung Adams und Evas über die Erbsünde bis zur Arche Noahs. Diese "Bibel der Armen" diente den Analphabeten, das Alte Testament zu verstehen.

 

Mit Muße und Neugierde sollte man sich die Hauptportale, an den säulentragenden Löwen zu erkennen, ansehen. Hier werden zahlreiche Geschichten erzählt, im "Fischportal" etwa, wie die Ritter der Tafelrunde unter König Arthur die Prinzessin Winlogee aus einer Burg befreien.

 

Wahrzeichen der Stadt ist der "schiefe Turm von Modena", der Glockenturm. Während die untere Hälfte zeitgleich mit dem Dom errichtet wurde, ist der achteckige Aufbau bis zu einer Höhe von 90 Metern gotischen Ursprungs (1319).Der liebevoll "Ghirlandina", kleine Girlande, genannte Turm wurde auf sumpfiger Erde gebaut und verharrt bereits seit 600 Jahren in seiner schiefen Stellung. Er kann bis zum fünften Stockwerk besichtigt werden, von wo aus man einen traumhaften Blick über die interessante "Dächerwelt" Modenas hat. Der Dom steht als Kulturerbe der Menschheit unter dem Schutz der UNESCO.

 

Eine Besonderheit in Modena sind die lebensgroßen Terrakotta-Figuren aus dem 15. Jahrhundert des Künstlers Guido Mazzoni. Beeindruckend ist der Naturalismus seiner kolorierten Figurgruppen. Die "Madonna della pappa", die "Breimadonna", der eine Magd in Lumpen beim Füttern des Kindes hilft, steht in der Domkrypta. Von exquisiter Schönheit ist auch die "Grablegung" in der Kirche Don Giovanni.

 

Nicht verpassen sollte man die Besichtigung der erstaunlichen 14 Altäre in der Kirche San Pietro. Deren Frontseiten sind bemalt mit einem Gemisch aus Marmorpulver und Farbe. Zwischen 1675 und 1720 entstand diese auf den ersten Blick an Intarsien erinnernde "Steinmalerei" mit feinsten Stick- und Blumenmustern, zarten Vögeln und religiösen Motiven. In San Pietro stehen auch mehrere zwischen 1536 und 1553 angefertigte Terrakotta-Figuren des Künstlers Begarelli. Dessen zerbrechliche Skulpturen, die zunächst aus Marmor zu sein scheinen, können auch in den ebenfalls sehenswerten Kirchen San Francesco, San Domenico und San Agostino bewundert werden.

 

Die Kirche San Agostino verblüfft durch ihr unscheinbares Äußeres hinter dem sich ein riesiges einzelnen Schiff mit einem Überfluss an Skulpturen und Malereien verbirgt. Die Kirche schließt an den "Palazzo die musei" an, dessen Besuch nicht versäumt werden sollte. Der Palast gehört zu jenen Bauten mit denen die Herzöge aus dem Haus d'Este vor allem im 17. und 18. Jahrhundert das Stadtbild entscheidend prägten. In ihm befindet sich unter anderem die "Galleria Estense", die "Uffizien Modenas". Hier sind die von den d'Este gesammelten Kunstschätze ausgestellt, darunter erstklassige Bilder, die zwischen dem 14. und 17. Jahrhundert gefertigt worden waren (etwa Velasquez' Portrait von Francesco I.) Eine von Bernini angefertigte Büste von Francesco I. , die Harfe der d'Este, ein von el Greco bemalter tragbarer Altar oder etwa ein mit Bernsteinen und Elfenbeinfiguren geschmückter Altar sind weitere Zeugen des Reichtums der d'Este.

 

Zu den wohl schönsten Büchern der Welt gehört die Bibel des Borso d'Este. Das 1200 Seiten starke Werk, aufwendige Miniaturen umrahmen den Text, ist im 15. Jahrhundert in Ferrara entstanden. Das Original liegt in einem Glasschrein; in einem in kleiner Auflage erstellten Faksimile-Nachdruck (Stückpreis 35 000 Mark) darf auf Nachfrage in der Biblioteca Estense geblättert werden. Fotografieren ist aber auch hier streng verboten. Modena, Geburtsort des Opernstars Luciano Pavarotti, sollte zu Fuß erobert werden. Die verkehrsberuhigte Zone ist in der Ost-West-Achse anderthalb und in der Nord-Süd-Achse etwa zwei Kilometer groß. Beim Rundgang kommt man beinahe von selbst an allen Sehenswürdigkeiten vorbei, etwa dem Palazzo Ducale, dem Arkadengang des Collegio San Carlo, den vielen Innenhöfen, in denen sich interessante Bars verbergen, oder der wundervolle Markthalle, dem Mercato Centrale, an der Via Albinelli.