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Friaul-Julisch-Venetien: von den Voralpen bis zum Meer

Zahlreiche Gästen, die es jedes Jahr in die Region zwischen Alpen und Adria zieht, wissen die Vorzüge der abwechslungsreichen Region Fiaul-Julisch Venetien zu schätzen. Einem Mikrokosmos gleich, bietet Friaul - Julisch Venetien seinen Gästen ein facettenreiches Angebot, das von Bergen über Voralpenland bis hin zu unendlich langen Sandstränden und weiten Lagunenlandschaften reicht. Doch ist es nicht nur die Schönheit der Landschaft, die einen Urlaub im Norden Italiens zu einem unvergesslichen Erlebnis macht.

 

Viele Urlauber, die es alljährlich in das Kulturland zwischen Alpen und Adria zieht, wissen die Vorzüge dieses abwechslungsreichen Landstriches zu schätzen. Einem Mikrokosmos gleich, bietet Friaul - Julisch Venetien seinen Gästen ein facettenreiches Angebot, das von Bergen über Voralpenland bis hin zu unendlich langen Sandstränden und weiten Lagunenlandschaften reicht. Doch ist es nicht nur die Schönheit der Landschaft, die einen Urlaub im Norden Italiens zu einem einprägsames Erlebnis macht.

 

Bis weit über die Grenzen Friauls werden die Spezialitäten aus Küche und Keller geschätzt. Weinkenner wissen, dass hier immer ein guter Tropfen leckere Speisefolgen abrundet. Insbesondere muss eine ganz besondere Gaumenfreunde der Region, der San Daniele Schinken, erwähnt werden. Auf noch eine weitere Kultur ist man in Triest stolz. Unter österreichischem Einfluss entstanden hier gemütliche Kaffeehäuser wie das Cafè degli Specchi oder das Tommaseo. Während die faszinierende Bergwelt sommers wie winters schön ist und ein Eldorado für Wanderer und Wintersportler bietet, sind es die langen feinsandigen Strände an der Adria, die Badeurlauber begeistern. Darüber hinaus ist Grado als traditionsreicher Kurort bekannt. Kurze Wege machen es möglich, morgens die Bergwelt zu genießen und mittags am Strand zu entspannen.

Udine - deutsch-italienischer Schnittpunkt

Mitten in einer bevorzugten geographischen Position in der Region Friaul-Julisch Venetien, nahe eines weiten und anmutigen moränischen Hügelbogens, liegt die historische Stadt Udine an den internationalen Verkehrswegen, die den Süden mit dem Nordosten Europas verbinden. Ihr Name wird zum erstenmal in einem Dokument genannt, das auf das Jahr 983 zurückgeht; es handelt sich um eine Urkunde, mit der Kaiser Otto II. den Patriarchen von Aquileia mit dem Kastell von Udine (zusammen mit dem weiterer vier angrenzenden Orte) beschenkt. Ausgrabungen haben allerdings bewiesen, dass die tatsächliche Geschichte Udines noch viel weiter zurückgehen muss.

 

Mit hoher Wahrscheinlichkeit wurde der Ort bereits im Laufe des 2. Jahrtausends v. Chr. mehr oder weniger dauerhaft besiedelt. Das Jahr 1223 ist in der historischen Entwicklung Udines von wesentlicher Bedeutung: der Patriarch Bertold von Andechs-Merania, dessen Hoheitsgewalt durch Kaiser Friedrich II. bestätigt worden war, gewährte Udine die Marktrechte. Im Verlauf weniger Jahre vollzog sich daraufhin eine rasche urbane Entwicklung. Heute wird auf der Piazza Matteotti der Markt betrieben.

 

Das Antlitz der Stadt wurde jedoch erst einschneidend geformt, nachdem sie ab dem Jahr 1420 , zusammen mit dem gesamten Friaul, Teil der Republik Venedig wurde. Unter deren Herrschaft folgte Udine naturgemäß dem Geschick des Staates, an den es gebunden war: Erinnert sei an verschiedenen Einfälle der Türken (von 1472 bis 1499), an den Krieg zwischen der Republik und Kaiser Maximilian (1508 - 1514) und an den Krieg von Gradisca (1615 -1617) zwischen Venetern und Kaiserlichen. Im Jahr l797 wurden das Friaul und seine Hauptstadt von den Truppen Napoleons besetzt, um im Jahr darauf - infolge des Abkommens von Campoformido - in den Machtbereich des österreichischen Herrscherhauses zu gelangen. Am 2. Oktober l866 wurde die Provinz Udine dem Königreich Italien angeschlossen.

 

Während des Ersten Weltkriegs (1915-1918) war Udine Sitz des italienischen Oberkommandos. Im Jahr 1963 formten Stadt und Provinz mit Triest, Gorizia und Podenone die Autonome Region mit Sonderstatut Friaul-Julisch Venetien.

Triest verbindet Welten

Triest, an der Schnittstelle zwischen mitteleuropäischer und mediterraner Kultur gelegen, war seit Menschengedenken eine faszinierende Metropole. Zu ihrem Charakter trägt neben ihrer geographischen Lage, nämlich am östlichen Rand des italienischen Territoriums, doch im Herzen der großen zentraleuropäischen Märkte gelegen, auch jener historische, kulturelle und technisch-handwerkliche Hintergrund ihrer Bevölkerung bei, der in der Werftindustrie zu hoher Blüte gelangte. Diese Identität findet im 19. Jahrhundert ihren glänzenden Ausdruck, als sich mit der Entstehung der Werften San Marco und San Rocco das wirtschaftliche Gefüge der Stadt festigt und Initiativen geboren werden, deren Spuren auch der Zahn der Zeit nichts anhaben kann. Man denke nur an die Gründung der Versicherungsgesellschaft Assicurazioni Generali im Jahre 1831 und des Lloyd Triestino 1836, um sich die eifrige Unternehmertätigkeit jener Jahre zu vergegenwärtigen.

 

Triest ist gleichzeitig Hauptstadt der kleinsten italienischen Provinz und der an Österreich und Slowenien angrenzenden Region mit Sonderstatut Friaul-Julisch Venetien, die der Zentraleuropäischen Initiative angehört. Zahlreiche Faktoren - wie z.B. der Hafen und das für die Wirtschaft der Donaumonarchie lebenswichtige Handelszentrum - trugen dazu bei, der Stadt jenes besondere Flair zu verleihen, die große Persönlichkeiten des internationalen Kulturlebens besonders anzog: James Joyce, Sigmund Freud, Rainer Maria Rilke, Johann Joachim Winckelmann. Zu den bedeutenden Triester Persönlichkeiten zählen Umberto Saba, Italo Svevo, Fulvio Tomizza, Claudio Magris sowie Susanna Tamaro.

 

Dieser seit jeher mit einem unberührten Ausblick auf Meer und Himmel gesegnete Landstrich rühmt sich legendären Ursprungs und hat seit jeher an Mythen und Sagen aus der Frühzeit der Menschheit Anteil: von der Geschichte der Argonauten, Eroberer des Goldenen Vlieses, die nach einer gefahrvollen Rückreise auf Ister und Danubium nur mit Mühe wieder das Meer erreichten, bis hin zu den verworrenen Phantasien über ihre Entstehungsgeschichte.

 

Abgesehen von diesen Legenden bergen mehrere Karsthöhlen historische Funde (so z. B. Keramikgefäße und Steinwerkzeuge aus dem oberen Paläolithikum), während auf den kahlgeschlagenen Kuppen der umliegenden Hügel noch die Castellieri, befestigte Ringdörfer aus der Bronzezeit, erhalten sind. Die seemännische Bedeutung Triests wird geschickt durch Handelsverbindungen mit dem Norden und den Phönikern gefördert, die sich noch aus der Wurzel des Namens Tergeste (Terg = Markt) herauslesen lassen. Fast sicher ist, dass auch der Hügel von San Giusto ein derartiger frühgeschichtlicher Siedlungsort war; dafür sprechen seine hervorgehobene Lage am Meer wie auch die nahe gelegenen Anhöhen, auf denen ähnliche Ansiedlungen nachgewiesen werden konnten.

 

Die Castellieri waren, schon ab dem zweiten Jahrtausend v. Ch., von einer illyrischen Bevölkerung indoeuropäischen Ursprungs - den Histrern - bewohnt. Plinius beschreibt ausführlich die tragische Geschichte der Histrer, ihren heldenhaften Widerstand und die blutige Unterwerfung der istrischen Halbinsel durch Rom. Tergeste greift nur am Rande in den Illyrischen Krieg ein und nimmt in der Folgezeit nur zögernd römische Sitten und Gebräuche an.

 

Die Eingliederung in die römische Welt führt zu weiteren Zusammenstößen mit benachbarten Völkern (in erster Linie Karnern und Japyden), andererseits aber auch eine schon zur Zeit des Konsulates Oktavians sichtbare Verfeinerung der Kunst (der «Arco di Riccardo» genannte Bogen und der Wiederaufbau der Mauern sind erste Beispiele dafür), die in kaiserlicher Epoche eine Glanzzeit erreicht (Basilika, wahrscheinlich ein kapitolinischer Tempel, Forum, Theater, Vorstadtvillen, Denkmäler).

 

Nachfolger des Evangelisten Markus verbreiten gegen Ende des 1. Jahrhunderts das Christentum. Dies hatte Verfolgungen und den Tod vieler Gemeindemitglieder zur Folge - unter ihnen Justus, den letzten einer langen Reihe von Märtyrern, der zum Schutzpatron der Stadt erwählt wird. Schutzlose Grenzen, Beutezüge fremder Völker und die ständige Unsicherheit des täglichen Lebens gehen mit dem Niedergang des römischen Kaiserreiches einher. Unter der Herrschaft von Byzantinern und Franken wird der so genannte 'numerus tergestinus' erlassen, durch den die unmittelbare Verteidigung der Stadt ihren Bürgern und den Bewohnern der Umgebung übertragen wird.

 

Das heutige Triest nimmt nach den Wirren des Mittelalters seinen Anfang im März 1719 durch die Erhebung zum Freihafen. Die aus Privilegien und kaiserlichen Zollfreiheiten herrührenden materiellen Vorteile ziehen Kaufleute und Unternehmer aus ganz Europa an: neue Vorstädte entstehen um den ursprünglichen, noch immer auf den Hügel von San Giusto begrenzten Siedlungskern. Ein weit verzweigtes Handelsnetz verbindet die Levante mit dem amerikanischen Kontinent; Werften entstehen, und in der Stadt lassen sich Versicherungsgesellschaften, Banken und Handelshäuser nieder.

 

Die drei Besetzungen durch die napoleonischen Truppen (1797, 1805-07, 1809-13) unterbrechen zwar kurz diesen Aufstieg, doch nach der Wiedereroberung durch die Donaumonarchie werden der Region auch die früheren venezianischen Provinzen angeschlossen, zu deren ideeller Hauptstadt Triest wird. Eine Sprachengemeinschaft auf der Grundlage das Italienischen vereint die alten und neuen Einwohner und bewirkt den Erfolg des Irredentismus, der die Bewohner von Triest zur Teilnahme an sämtlichen Kriegen des italienischen Risorgimento (vor allem unter den Truppen Garibaldis) bis hin zum ersten Weltkrieg veranlasst, der die Vereinigung der Stadt mit Italien (am 3. November 1918) zur Folge hat. Im Zweiten Weltkrieg bilden Triest und Julisch Venetien nach dem 8. September 1943 eine eigene, von den Deutschen verwaltete Provinz. Nach Kriegsende muss die Stadt noch verschiedene Okkupationen über sich ergehen lassen, bevor sie schließlich am 26. Oktober 1954 Italien zugesprochen wird.