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Sardinien – Perle des Mittelmeers

Sardinien ist eine besonders vielfältige, kontrastreiche Insel. Das zeigt sich nicht nur darin, wie verschieden ihre immer zahlreicher werdenden Bewunderer sind. Feinsandige Strände, einsame Buchten und elegante Badeorte, aber auch die felsigen Steilküsten und das karge Hinterland ziehen jeden Besucher unwillkürlich in ihren Bann. Die abwechslungsreiche Landschaft besticht in jeder Hinsicht durch ihre nach wie vor intakte Ursprünglichkeit. Das Meer verzaubert durch leuchtende Farben in allen Blautönen und ist kristallklar.

 

Betonburgen und Massentourismus gibt es auf Sardinien nicht, denn das verbietet die strenge Bauregelung der Insel. Daher findet der begeisterte Feriengast noch immer eine intakte Urlaubswelt und unberührte Natur vor.

 

Die 24.000 Quadratmeter große, spärlich besiedelte Insel mit den schönsten Stränden des Mittelmeers ist unterteilt in vier Provinzen: Sassari im Nord-Westen, Nuoro im Osten, Oristano im Süd-Westen und Cagliari im Süden.

 

Im Nord-Osten Sardiniens in der Provinz Sassari liegt die Hafenstadt Olbia, wo für die meisten Besucher die erste Begegnung mit Sardinien erfolgt. Hier befindet sich einer der beiden wichtigsten Flughäfen der Insel und auch die meisten Fähren, die vom italienischen Festland kommen, steuern Olbia an.

 

Nördlich dieses beschaulichen Städtchens beginnt die Costa Smeralda, das Lifestyle-Paradies der internationalen High Society, mondäner Urlaubsort der Reichen und Schönen. Doch die Anwesenheit der Stars lässt sich eher daraus schließen, dass überall Paparazzi lauern. Einen Blick auf Berühmtheiten wie Julia Roberts, Eros Ramazotti oder Michael Douglas zu erhaschen, ist ungleich schwerer. Konzentrieren sollte man sich daher eher auf die Küstenstraße im Norden und die traumhaft weißen Strände bei S. Teresa di Gallura, Castelsardo und Porto Torres. Oder auf Alghero, die spanisch geprägte, touristische Hauptstadt Sardiniens im nördlichen Teil der Westküste. Einkaufswütigen und Souvenirjäger kommen hier voll auf ihre Kosten.

 

Das verschlafene Städtchen Bosa, das sich erst langsam dem Tourismus öffnet, liegt südlich von Alghero und gehört zur Provinz Nuoro, die sich von dort aus quer über die Insel zur Ostküste hinzieht. Charakteristikum dieser Provinz ist die Bergwelt von Gennargentu und Supramonte im Landesinnern. Dichte Wälder und Korkeichenhaine, aber auch üppige, in harter Arbeit geschaffene Obst- und Weinhänge erwarten den Besucher. Mit ein bisschen Glück können die auf der Basalthochebene Giara di Gesturi wild lebenden Zwergpferde beobachtet werden.

 

Geschriebene Gesetze hatten in dieser Gegend bis in jüngster Vergangenheit nicht viel Bedeutung, wie die Murales, die künstlerischen Bilder mit politischem Inhalt an Häusern und Mauern erzählen. Traumstraße Sardiniens ist die Orientale Sarda, die Staatsstraße Nr. 125, die in geringer Distanz zum Meer verläuft und einen idealen Blick auf die langen, menschenleeren Buchten und Steilküsten ermöglicht. Die meisten Orte der Ostküste sind erst mit dem Tourismus entstanden.

 

Zu der eher kleinen Provinz Oristano gehört die Sinis-Halbinsel mit der bedeutenden Ausgrabungsstätte Tharros. Wer sich für die Geschichte Sardiniens interessiert, dem wird hier einiges geboten. Eine schöne Kombination: Tharros besichtigen, dann an den hellen Sandstränden von San Giovanni di Sinis ausspannen. Südlich der Halbinsel in der Provinzhauptstadt Oristano findet an Karneval das alljährliche Reiterwettspiel „Sa Sartiglia“ statt. Den Wettstreit, bei dem es um das Schicksal des Städtchens geht, wiederholt man seit einigen Jahren im Sommer, so dass auch Urlauber die herrlichen Masken und Kostüme sowie das mittelalterlich Treiben erleben können.

 

Die Costa Verde im Süden von Oristano in der Provinz Cagliari beeindruckt durch eine einmalige Dünenlandschaft mit bis zu 300 Meter hohen Sandbergen. Die meisten hier gelegenen Strände sind nur zu Fuß erreichbar, was sie lange Zeit zu einem Geheimtipp machte. Auf dem Weg nach Cagliari, der ganz im Süden gelegenen, lebhaften Hauptstadt der Insel, sollte man die einzigartigen Nuraghenfestungen bei Barumini besuchen. Nuraghen sind Steintürme, die von unbekannten Baumeistern um 1800 vor Christus zur Verteidigung gebaut wurden, finden sich zwar auf der gesamten Insel, die Nuraghe Su Nuraxi bei Barumini wurde jedoch von der Unesco zum Weltkulturerbe ernannt. Ganz im Süd-Osten Sardiniens lohnt der Besuch des beliebten Ferienortes Villasimius mit seinen großartigen Stränden und malerischen Buchten. Viele der Buchten sind nur mit dem Boot zu erreichen. Auf einer solchen Bootstour kann es einem dann auch passieren, dass man ein kleines Stück von Delphinen begleitet wird.

Endlose Sandstrände in der Provinz Cagliari

Die Costa Verde in der Provinz Cagliari war über viele Jahre der Geheimtipp zivilisationsmüder Sardinienreisender. Ein paar Konserven und der auf den endlosen Sandstränden einer atemberaubenden Dünenlandschaft ausgerollte Schlafsack reichten aus, um den Alltag für Wochen vergessen zu können. Dieser Küstenabschnitt ist nach wie vor über weite Teile nur zu Fuß erreichbar. Die Sandberge mit seltenen Tier- und Pflanzenarten sind bis zu 300 Meter hoch.

 

Tagelange Regenfälle sorgten dafür, dass 1949 ein Hügel bei Barumini ins Rutschen kam. Dabei wurden alte Mauern und Grundrisse sichtbar. Die mittlerweile von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannte Nuraghe Su Nuraxi ist besonders wegen der einzigartigen Entdeckungen in ihrem Inneren so interessant. Ein punischer Altar und tausende von Terrakottalampen wurden in der bis hin zur Zeit der römisch-punischen Herrschaft bewohnten Anlage gefunden. 

 

In Cagliari, der Hauptstadt und zugleich größten Stadt Sardiniens,  und deren Umgebung leben zusammen etwa 30 Prozent der sardischen Bevölkerung. Das macht Cagliari zum pulsierenden Zentrum der Mittelmeerinsel, die viel zu bieten hat. Teure Geschäfte und Boutiquen ebenso wie der typische kleine Alimentari, moderne Einkaufsstraßen, aber auch heruntergekommene, enge Gassen, in die kaum Tageslicht dringt, machen die zwischen modernem Großstadtflair und mittelalterlichen Welt schwankende Metropole aus. Die Delikatessläden der lauten, aktiven, manchmal hektisch und chaotisch wirkenden Provinzhauptstadt sind sündhaft teuer – wirklich lohnend sind hier nur die Einkäufe in den zahlreichen Gold- und Silberschmieden im Marina- und im Castello-Viertel, wo auch lebhafte Cafes und herrliche Restaurants liegen.

 

Bis auf das mittelalterliche Castello mit Dom sowie die Paläste von Erzbischof, Vizekönig und Adelsfamilie dominieren barocke Fassaden und Kuppeln die Altstadt. In der Casa di Tigellio, einem Stadtviertel aus römischer Zeit, gewinnt man in drei Atriumhäusern und einem Badehaus einen Eindruck vom Leben der damaligen Epoche.

 

Wie eine Burg befestigt und noch immer nur durch die beiden Stadttore zu betreten, ruht die Altstadt erhaben auf einem Berg. Der heutige Zugang über die Bastione San Remy in der Via Manno wurde erst im 18. Jahrhundert geschaffen und in Form einer Aussichtsterrasse angelegt. Dies ermöglicht einen fantastischen Blick über die Stadt und auf den Hafen. Die Terrassen sind ein beliebter Studententreff – die Universität ist ja gleich ums Eck.

 

Die Kirche Santa Maria di Bonara mit ihren massiven Barockfassaden und ausladender Freitreppe ist eine viel besuchte Wallfahrtskirche und gleichzeitig einer der großartigsten Aussichtspunkte auf die Stadt und den Golfo degli Angeli. 1370 soll hier ein wundertätiges Madonnenbild gestrandet sein, nachdem es in einer Kiste von einem Schiff in Seenot über Bord geworfen wurde. Die Madonna wurde Schutzpatronin der Fischer und Seeleute und schließlich auch der Insel Sardinien.

 

Mitten durch die Lagunen der eigentlich so fruchtbaren Campidano-Ebene führen in der Umgebung von Cagliari Schnellstraßen. Industrieschornsteine bestimmen das Landschaftsbild. Um Iglesias herum sorgen Hüttenwerke, Ruinen alter Fabriken und Abraumhalden dafür, dass die Spuren von drei Jahrtausenden sardischen Bergbaus unübersehbar bleiben. Die Landschaft wurde beim Abbau von Silber, Blei, Zink und Kupfer stark zerstört. In der Altstadt, von deren turmbewehrten Stadtmauer noch Teile stehen, zeugen einige Bauwerke noch von dem ehemaligen Reichtum einer lange privilegierten Stadt.

 

In Serpentinen schlängelt sich die Küstenstraße über Kaps und Buchten von Cagliari nach Villasimius. Stichstraßen führen zu Feriensiedlungen und paradiesischen Stränden, wo Bäume und angelegte Gärten blühende Oasen in der sonst kargen Granitlandschaft bilden. Die Traumstrände an der Costa Rei, von denen die Sarden auf der ganzen Insel schwärmen, machen Villasimius zu einem beliebten Ferienort. Keine andere Region auf Sardinien hat auf engem Raum so viele und so unterschiedliche Strände zu bieten. Granit, der in hellkörnigen Sand zerfällt, von Wasser glatt polierte Steine und Felszungen, feinsandige Buchten und raue Felsküsten, lange Sandstrände und Klippen liegen hier direkt nebeneinander. An den Stränden sind alle gängigen Wassersportarten möglich.

 

Besonders schön sind jedoch die Spiaggia di Riso, Reisstrand, genannten Buchten auf beiden Seiten der schmalen Halbinsel Capo Carbonara. Der reiskorngroße Quarzsand ist fast weiß, was das Sonnenbaden angeblich erst so richtig effektiv machen soll.

 

Um Villasimius herum können viele Buchten nur per Boot erreicht werden, wodurch sich die Beliebtheit des Bootsverleihs im Hafen der Stadt erklärt. Von hier aus starten auch die Schiffsausflüge entlang der Küste und zu den beiden unbewohnten Felsinseln vor der Küste.