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Algarve – mehr als Sonne, Strand und Sardinen
Al Gharb – der Westen. So nannten die Mauren einst die westlichste Provinz ihres Reiches, die sie rund 500 Jahre lang durch die Regentschaft entscheidend prägen sollten. Noch heute finden sich in Architektur und Sprache an der Algarve nachhaltige Spuren des maurischen Einflusses. So deuten die vielen Ortsnamen der Region, die mit „al“ beginnen, auf den arabischen Ursprung hin.
Beeindruckendes architektonisches Beispiel: Silves, das stille Städtchen etwa 20 Kilometer nördlich der lebhaften Handels- und Hafenstadt Portimão, träumt in seinen verwinkelten, steilen Gassen immer noch von seiner großen Vergangenheit. Denn damals war es bedeutender als Lissabon – die Mauren hatten es im 12. Jahrhundert zu einem wichtigen kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Zentrum erhoben. Stolz zeugt die dominante Burg aus rotem Sandstein, die über Silves thront, von der einstigen Macht der kleinen Stadt am Rio Arade.
Die Algarve, Portugals südlichste Küste, ist für zahlreiche Gäste – besonders auch aus Deutschland – längst zum Inbegriff des unbeschwerten Strand- und Badeurlaubs geworden. Kein Wunder: Selbst die im Hochsommer herrschenden 30 Grad Celsius lässt die kühle Brise vom Atlantik angenehm erscheinen. Für jeden findet sich ein geruhsames Plätzchen am Strand. Für Wiederholungstäter ein schier unerschöpfliches Hobby: das Sammeln von Stränden, denn die unzähligen großen und kleinen Buchten, die von bizarrem, leuchtend roten Felsen begrenzt werden, laden mit ihrem feinen, goldgelben Sand und dem glasklaren türkisfarbenen Wasser geradezu zu Entdeckungsfahrten ein.
Doch auch im Winter erfreut sich die Algarve steigender Beliebtheit – und dies nicht nur bei den Golfern, die hier optimale Bedingungen auf einer Vielzahl von unterschiedlichen Plätzen vorfinden. Dank des angenehmen Klimas – die Temperaturen liegen durchschnittlich zwischen 15 und 20 Grad – kann man sich im Februar die Zitronen und Orangen direkt vom Baum ernten, und bereits Ende Januar überzieht die Region ein weißes Blütenmeer der Mandelbäume.
Vor langer Zeit, so sagt die Legende, als das Land noch von den Mauren beherrscht wurde, nahm König Ibne eine schöne Prinzessin aus dem Norden Afrikas zur Frau. Doch im Winter sehnte sich Gilda nach dem Schnee des Atlasgebirges in ihrer Heimat zurück, und so ließ der König unzählige Mandelbäume pflanzen, die von nun an zur gleichen Jahreszeit die Landschaft in ein Kleid so weiß wie Schnee tauchen.
Die meisten Algarve-Besucher landen auf dem Flughafen von Faro, der Hauptstadt der Algarve. Doch für die meisten bleibt von diesem Ort mit seinen rund 30.000 Einwohnern nur das vorgelagerte Naturschutzgebiet Ria Formosa in Erinnerung – eine einzigartige Hafflandschaft, die sich beim Landeanflug auf dem stark frequentierten Touristen-Flughafen in ihrer ganzen Pracht ausbreitet.
Danach strömen die Urlauber rasch in die Hochburgen nach Albufeira, Praia da Rocha und Vilamoura und lassen die Stadt einfach links liegen. Dabei offenbart Faro seinen unwiderstehlichen Charme beim Bummel durch die Einkaufsstraßen mit den typischen Cafés und beim Spaziergang durch die historische Altstadt, in der auf dem Eingangstor Arco da Vila noch Störche nisten und der mühselige Aufstieg zum Glockenturm der Kathedrale Sé mit einem fantastischen Rundblick auf das Zentrum mit seinem malerischen Yachthafen belohnt wird. Von hier aus empfiehlt sich auch ein Abstecher zum Palast von Estói – einem verwunschenen Märchenschloss aus dem 18. Jahrhundert, an dem zwar der Zahn der Zeit kräftig genagt hat, aber die Schönheit der Azulejos, der für Portugal so typischen Kachelbilder, nichts von ihrem Reiz eingebüßt hat.
Faro liegt in der Mitte der rund 150 Kilometer langen und etwa 40 Kilometer breiten Algarve und teilt diese damit in zwei unterschiedliche Küstenabschnitte. Nach Westen zieht sich bis Cabo São Vicente der Barlavento mit den unvergleichlichen steilen Felsformationen, die von unzähligen Badebuchten unterbrochen werden. Nach Osten zur spanischen Grenze Rio Guadiana öffnet sich der Sotavento zu endlos langen Sandstränden mit vorgelagerten Lagunen. Hier hat sich der Tourismus noch nicht gar so breit gemacht, so dass sich Tavira seinen Ruf als Klein- Venedig der Atlantikküste bewahren konnte. Und in das nüchterne Grenzstädtchen Vila Real de Santo António stürmen mit Vorliebe die spanischen Nachbarn, die sich dort bei regelrechten Einkaufsfahrten mit Bettwäsche, Nippes und Regenschirmen (!) preiswert eindecken.
Inzwischen ist auch ein bisheriges Nadelöhr beseitigt: Die neue, gebührenfreie Schnellstraße „Via Do Infante“ verläuft von der spanischen Grenze in Ost-West- Richtung bis kurz vor Lagos bzw. Sagres. Damit ist die Verbindung von der – gebührenpflichtigen – Autobahn A2 aus Richtung Lissabon kommend geschaffen. Von Sagres aus sind es nur noch wenige Meter zum südwestlichsten Zipfel Portugals, zum Leuchtturm am stürmischen Cabo São Vicente. Beim Blick auf die ständig sich brechenden Wellen lässt sich erahnen, welch Wagemut einst dazu gehörte, als sich die Portugiesen aufmachten, um von hier aus die Welt per Schiff zu erobern. Wer sich von seinem Badetuch am Strand oder am Hotelpool trennen kann, wird zu einer Erkundungstour ins hügelige Hinterland aufbrechen. In die Serra de Monchique beispielsweise. Sanft schlängelt sich die Straße von der quirligen Einkaufsstadt Portimão vorbei an Korkeichen und duftenden Eukalyptus- Wäldern hinauf nach Caldas de Monchique, einem verschlafenen Kurort mit sprudelnder Heilquelle gegen Rheuma und Magenleiden. Weiter führt der Weg nach oben zur höchsten Erhebung der Monchique-Berge, dem Foia mit 902 Metern Höhe. Bei klarer Sicht bietet sich dem Besucher ein fantastischer Blick über die Küste. Aber auch sonst warten Überraschungen in den kleinen Kneipen und Restaurants links und rechts der Straße. Kenner, die die unverfälschte, ursprüngliche Küche schätzen, werden den luftgetrockneten Schinken mit selbst gebackenem Bauernbrot, das pikant gewürzte, gegrillte Piri-Piri-Hähnchen und zum Nachtisch das handgemachte Marzipan zu einer Bica, dem portugiesischen Espresso, vollmundig genießen. Längst hat sich der Reiz der Algarve, die so wunderbar Erholung mit sportlichen Aktivitäten und kulturellen Ausflügen verbindet, auch bei Prominenten herumgesprochen. Ob Udo Jürgens, Dagmar Koller mit ihrem Ehemann Helmut Zilk, dem ehemaligen Bürgermeister von Wien, oder der Literaturnobelpreisträger Günter Grass – sie alle ziehen es vor, sich diskret in ihren Villen zu entspannen und ihre Batterien aufzuladen. Denn schließlich scheint die Sonne nachweislich länger als in Kalifornien: nämlich über 3.000 Stunden im Jahr. Und das einmalige Licht, das viele Künstler inspiriert, lässt die landestypischen weißen Häuser mit ihren malerischen Schornsteinen im azurblauen Himmel erstrahlen.
Algarve als beste Golfdestination ausgezeichnet
Die portugiesische Küstenregion Algarve wurde von der International Association of Golf Tour Operators (IAGTO) als „Best Established Golf Destination of the Year 2006“ ausgezeichnet. Die Region konnte sich damit gegen Mitbewerber wie Andalusien, die Costa Brava, Dubai, Frankreich, Valencia, Arizona, Kalifornien, Lissabon und Südafrika durchsetzen. Rund 240 Veranstalter für Golfreisen aus 38 Ländern hatten die Wahl und entschieden sich anhand von Kriterien wie Kundenzufriedenheit, Qualität der Golfplätze und Unterkünfte, Professionalität der Leistungsträger, Preis-Leistungs-Verhältnis und lokaler Tourismusinfrastruktur mehrheitlich für die Algarve.
Der Galaabend mit der Verleihung des Preises fand am 8. Dezember 2005 im Rahmen des International Golf Travel Market in Las Palmas statt. Die IAGTO Awards, die in Zusammenarbeit mit der Autovermietung Hertz jährlich verliehen werden, gelten als offizielle Auszeichnung für den Golftourismus. Nachdem die Algarve bereits im Jahr 2000 mit dem Preis prämiert wurde, festigt sie nun erneut ihre Bedeutung als eine der wichtigsten Golfregionen Europas.
Die Verantwortlichen der Algarve fördern ständig die Erweiterung des Angebots und die idealen Bedingungen für den Golfsport, um die Nachfrage auch auf die Nebensaison auszudehnen.
Der Golftourismus hat für die Region einen bedeutenden wirtschaftlichen Einfluss: Rund 300.000 Golfer kommen jährlich an die Algarve und generieren Einnahmen in Höhe von 350 Millionen Euro sowie 10.000 direkte und indirekte Arbeitsplätze. Mit insgesamt 31 Golfplätzen besitzt die Algarve rund die Hälfte aller portugiesischen Greens.

