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In Graubünden Seen und Gipfel erkunden

In Graubünden, dem größten Kanton der Schweiz, tun sich mehr Dimensionen auf als anderswo - überspannt die ohnehin mannigfaltige Landschaft mit den 615 Seen und 937 Gipfeln doch imposante 4000 Höhenmeter. Sich zuerst von ewigem Eis faszinieren lassen und dann nach nur kurzer Strecke in mediterraner Umgebung wieder aufwärmen - in Graubünden kein Problem. Auch sprachlich wird es hier nie langweilig: je nach Region hört man Deutsch, Rätoromanisch oder Italienisch.

 

Eigenschaften wie "kontrastreich" und "bunt" sind in Graubünden wörtlich zu nehmen: Rot wie die Wagen der Rhätischen Bahn, gelb wie die Postautos, blau wie die vielen Seen und der Himmel über den 150 Tälern, grün wie Wälder und Weiden, goldbraun wie die Lärchen im Herbst, grau wie Burgen und Felsen, weiß wie Eis und Schnee. Man kann auf Rot setzen und sich von der Rhätischen Bahn nach Klosters, Davos, Arosa, St. Moritz, in die Surselva, ins Engadin oder ins Valposchiavo bringen lassen. Aussichtsreich ist es aber auch, auf Gelb zu setzen und mit dem Postauto nach Savognin und ins Val Müstair, auf die Lenzerheide, ins Val Mesolcina und ins Val Bregaglia zu fahren. Nichts zu tun mit Tristesse hat es, auf Grau und Weiß zu setzen, Gipfel zu stürmen, Wände zu bezwingen und Gletscher zu queren. Oder man setzt sich einfach ins Grüne und macht ein wenig blau.

 

Wem die scheinbar endlose Weite des dünn besiedelten Kantons irgendwann zu viel wird, der kann sich in eines der angesagten Events stürzen und in Graubünden Spaß pur haben: Sportlich beim Engadin Inline Marathon oder dem Swiss Bike Masters im Prättigau, musikalisch auf dem Ethno-Fstival im Oberengadin oder dem internationalen Musikfestival in Davos.

 

Familientaugliche Aktivitäten gibt es im ganzen Kanton rund um Heidi, das sympathische Mädchen aus Johanna Spyris gleichnamiger Geschichte, das seit über 100 Jahren jede Generation neu begeistert. So können die Drehorte des Heidi-Films besucht werden, und man weiß hinterher ziemlich genau, warum Heidi so sehr an ihrer Bergwelt hing. Schließlich haben sich Natur und Menschen in Graubünden seither kaum verändert. In der Region Brigels zum Beispiel gehören Murmeltier, Steinbock und Hirsch zu einer frühmorgendlichen Wanderung dazu - und zwar ohne Gehege außen herum. Wer sich die Hochebene Val Frisal oder den höchst gelegenen und geschützten Fichtenwald in diesem Landstrich für einen Besuch auswählt, kann sich auf ein hautnahes Erlebnis in einer idyllischen Naturlandschaft freuen.

 

Für seine trockene und staub- wie pollenfreie Luft bekannt ist Davos, die höchst gelegene Kongress- und Ferienstadt in Europa, wo es sich richtig durchatmen lässt. Die Davoser Urlaubs-Kombination aus Sport, Natur, Nachtleben und Kultur steht ganz oben auf der Aktiv-Skala. Immer wieder neue Gestaltungsmöglichkeiten sorgen dafür, dass Graubünden-Reisende leicht zu Wiederholungen neigen. Vor allem traditionellen Ferienorten der Edelklasse wie Arosa und dem VIP-Ort Sankt Moritz, der mit seinem "prickelnden Champagnerklima" und dem Schweizer Sonnenrekord von 322 Tagen im Jahr aufwarten kann, wird erhebliches Suchtpotential nachgesagt. Wer möglichst viel von Graubünden in kurzer Zeit sehen möchte, sollte an einer organisierten Rundreisen mit Bahn oder Postauto teilnehmen. Mit dem Postauto des Palm-Express in einer Welt der Gletscher und Schneegipfel im Oberengadin starten, an Seen vorbei, bis hin zu Palmen und italienischen Städtchen, wo ein oder mehrere Tage Zwischenstopp gemacht werden kann.

 

Im Winter bekommt die Farbpalette einen Weiß-Schwerpunkt, was aber der Vielfältigkeit an Aktivitäten keinen Abbruch tut. Per Taxi-Gleitschirm samt Skiern durch die Lüfte gleiten, auf Hochgebirgs-Skitouren dem Himmel näher kommen; oder direkt rein in den Himmel und im Heißluftballon majestätisch über verträumte Talschaften schweben, die vielfältige Natur, die unterschiedlichen Landschaften aus der Höhendimension neu entdecken. Sich von Profis die Sankt Moritzer Olympia-Bobbahn «hinunterchauffieren» lassen, auf dem Schlitten von Preda nach Bergün gleiten oder auf der Diavolezza zwischen Gletscherabfahrten wählen - Abenteuer einfach nicht den andern überlassen, sondern selber machen. Ob Skifahren, Snowboarden, Langlaufen oder Pferdeschlittenfahrten: Alles ist in den schneesicheren Wintersportgebieten Graubündens möglich. Natur und Trend stehen sich hier nicht im Weg, geboten werden Telemark-Fahren, Parabol-Ski, Schneegolf - das Spiel mit roten Bällen auf weißen "Greens". Derartige Aktivitäten sind möglich, aber nicht unbedingt nötig, denn man kann auch einen Urlaub der völligen Erholung in klarer Bergluft und kulinarischer sowie kultureller Genüsse abseits jeder Hektik verbringen. Entspannung für Körper und Seele versprechen die traditionsreichen Bäder mit ihren hochkarätigen Wellnessangeboten, so dass man in aller Ruhe Energie für den Alltag tanken kann.

 

Arosa im Sommer

Ringsum eingerahmt von imposanter Alpenlandschaft auf 1.800 Metern über dem Meer - so präsentiert sich Arosa seinen Besuchern. Eine beeindruckende Gipfelwelt, die mit dem Aroser Rothhorn auf knapp 3.000 Meter reicht, saftig grüne Wiesen, die von farbenfrohen Bergblumen geschmückt werden, rauschende Gebirgsbäche, an denen sich Wanderer erfrischen können und versteckte Orte wie das naturbelassene Walserdorf Medergen, in dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint: Arosa bietet seinen Besuchern eine erfrischende Natur, die den Alltag in weite Ferne rücken lässt.

 

Trotzdem geht das Schweizer Bergdorf im Kanton Graubünden am Ende des Tales Schanfig mit der Zeit. Aktive Freizeitsportler können vom Wandern, Bergtouren Gehen und Mountainbiken gar nicht genug bekommen. Europas höchst gelegenen Golfplatz liegt ebenfalls hier. Kurzurlauber genießen gutes Essen, Wellness-Angebote in den hochklassigen Hotels und kulturelle Angebote am Wochenende. Familien gehen mit ihren Kleinen auf Wildbeobachtungen oder bauen Sandburgen im Strandbad am Untersee - jeder findet hier individuell die richtige Art von Urlaub.

 

Die Hauptrolle spielen natürlich die Berge. 200 Kilometer abwechslungsreiche Spazier- und Wanderwege führen Besucher durch die Graubündener Alpen. Dabei laden Ruhebänke zum Verweilen und Genießen des unendlich erscheinenden Berghorizontes ein. Dreizehn Feuerstellen warten nur darauf, während eines Picknicks angeheizt zu werden. Die gut beschilderte Zehn-Seen-Wanderung leitet Wandervögel auf rund 15 Kilometern von einem glasklaren Bergsee zum nächsten. Zu den Gipfeln führen anspruchsvolle Bergtouren, die im Durchschnitt eine Höhendifferenz von 1.150 Metern aufweisen und über sechs bis acht Stunden dauern. Mountainbikern stehen über 50 km Fahrwege zur Verfügung. Dass sie in Arosa gern gesehen werden, macht auch die Mountainbike-Karte deutlich, auf der die verschiedenen Touren verzeichnet sind. Das Angebot - Hike oder Bike ohne Gepäcksorgen - spricht besonders diejenigen an, die gerne eine Mehrtagestour unternehmen, dabei aber keine schweren Rucksäcke mitschleppen möchten. Von Davos führt die Route über Arosa nach Lenzerheide-Valbella oder umgekehrt. Das Gepäck wird dabei mit der Bahn oder dem Postauto zum nächsten Hotel gebracht.

 

Massive Berge säumen auch den höchsten 18-Loch Golfplatz Europas. Hier versuchen Golfliebhaber, in Turnieren ihr Handicap zu verbessern, mit einem Privatlehrer daran zu arbeiten, oder bespielen den reizvollen Golfplatz einfach in aller Ruhe. Weitere Sportmöglichkeiten wie Tennis, Squash, Badminton, Reiten, Fischen oder Kleinkaliber-Schießen sorgen für Abwechslung. Ein echter Geheimtipp ist auch das Strandbad am Untersee. Bei freiem Eintritt laden der weiße Sandstrand, zwei Beachvolleyball-Plätze und das hübsche Gartenrestaurant zum aktiven Erholen, Faulenzen und Verweilen ein.

 

Vielfältig ist auch das gastronomische Angebot in Arosa. In urigen Bergrestaurants können Wanderer eine genussvolle Rast einlegen. In der Käserei Alp Maran sehen Schlemmermäuler beim Käsen zu oder können auch selbst mal aktiv beim Käsen dabei sein. Stilvolle, mit den begehrten Gault Millau-Punkten ausgezeichnete Restaurants laden Gourmets zu einem Dinner ein. "Faîtes vos jeux" heißt es nach dem Abendessen, denn jetzt lockt das Spielcasino, in dem Gäste ihr Glück suchen. Wer nach dem Essen noch in einer Disko abtanzen oder den Abend einfach mit einem Drink ausklingen lassen möchte, hat in Arosa ebenfalls diverse Möglichkeiten. Darüber hinaus bieten volkstümliche Veranstaltungen, Live-Konzerte, klassische Musik oder die Jazz Tage im Juli Ohrenschmaus für jeden Geschmack.

 

Ähnlich abwechslungsreich wie die Gastronomie sind auch die Unterkünfte in Arosa: Von der gemütlichen Berghütte über familienfreundliche Pensionen, Hotels und Apartments bis hin zu luxuriösen Hotels der Vier- und Fünf-Stern-Kategorie, die ihre Gäste mit einem entspannenden Wellness-Angebot verwöhnen, ist alles möglich.

 

Besonders auf die Bedürfnisse der Familien gehen die sogenannten "Lollipop-Hotels" ein. Innerhalb des familiengerechten Programms bieten die "Lollipop-Hotels" neben speziellen Familen-Vergünstigungen öffentliche Kindergärten mit kindgerechter Animation und fürsorglicher Abendbetreuung. Die Lollipop-Restaurants und -Bergrestaurants stellen sich unter anderem mit Kindermenüs und Kindersitzen auf die Kleinen ein. Tagsüber sorgt das Lollipop-Programm für unterhaltsame Angebote wie eine Schatzsuche, das Erleben der Tierwelt auf dem Eichhörnchenweg, das Entdecken von Geschichten auf dem Sagenweg oder nach einem Picknick am Lagerfeuer das Schlafen im Heu.