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Im Reich der Viertausender: Reisetipp Wallis

Im Reich der ViertausenderDas Wallis, im Südwesten der Eidgenossenschaft gelegen und von der Rhone durchzogen, hat vieles zu bieten. 47 Viertausender warten im ganzen Kanton auf Gipfelstürmer.

 

Wussten Sie, dass das Matterhorn afrikanische Wurzeln hat? Vor knapp 40 Millionen Jahren schoben sich afrikanische Gesteinspakete unter die europäische Erdkruste und bildeten später einen Teil der Alpen – der berühmteste Berg der Schweiz ist also ein „internationales Urgestein“! Das Wallis, im Südwesten der Eidgenossenschaft gelegen und von der Rhone durchzogen, hat aber noch ganz andere Superlative zu bieten. 47 Viertausender warten im ganzen Kanton auf Gipfelstürmer; Zermatt und Saas-Fee verfügen über zwei der am höchsten gelegenen Sommerskigebiete der Alpen, in Saas-Fee fasziniert zudem die größte Eisgrotte der Welt (5.500 Kubikmeter groß und 3.500 Meter hoch gelegen), und in Visperterminen wachsen auf Europas höchstgelegenem Weinberg (1.200 Meter über Meer) die Trauben für den berühmten Heida-Wein.

 

Zu einer echten Walliser Bergtour gehört natürlich auch ein Besuch einer typisch schweizerischen Hütte – beispielsweise in der Cabane de la Dent Blanche, die mit einer Lage von 3.507 Metern über Meer die höchstgelegene bewirtschaftete Hütte der Region ist. Wer lieber nicht so hoch hinaus möchte, kann das Wallis aber auch in geheimnisvollen Grotten und Schluchten entdecken. Etwa in den Gorges mystérieuses de Tête-Noire, die bereits seit 1884 öffentlich zugänglich sind und damals wie heute mit Magie und Mystik faszinieren. Vor allem die unterirdische Feen-Grotte ist einen Besuch wert; die Höhle gehört zu den eindrucksvollsten natürlichen Sehenswürdigkeiten der Schweiz. Mutige kommen in den Gorges du Durnand bei Les Valettes/Martigny auf ihre Kosten: Hier zieht sich ein tausend Meter langer Holztreppensteig durch die Durnand-Schlucht – abenteuerlich über den Felsen schwebend und über dem donnernden und brausenden Wasser. Besucher könne nur unter Anleitung eines professionellen Guides die Gornerschlucht vollständig durchqueren. Die Tour dauert drei bis vier Stunden und wird mit Hilfe von Seilen und Klettersteigen bewältigt.

Sion - Kunst und Kuhkampf in der Hauptstadt

Im zweisprachigen Hauptort des Kantons Wallis, Sion, fließen Vergangenheit und Zukunft untrennbar ineinander. Mit ihrem südländischen Klima zu Füßen der schneebedeckten Gipfel verbindet die „Stadt der Schlösser“ räumliche und zeitliche Gegensätze:

 

Die Spuren der romantischen Altstadt - der Hexenturm oder die Burgen - führen teilweise bis in die Römerzeit zurück. Heute pulsiert die explosionsartig gewachsene Stadt gleichzeitig als moderne Industriemetropole, gediegenes Bildungszentrum, Regierungssitz und fruchtbare Schatzkammer. Auf den sonnenverwöhnten Feldern und Hängen reifen saftige Aprikosen, Tomaten, Trauben, ja sogar Oliven, Mandeln und Feigen, so dass bei einem Spaziergang heimisch bekannte Düfte mit mediterranen Noten eine wallisische Schmeichel-Komposition kreieren. So ein Spaziergang ist nicht allzu wörtlich zu nehmen. Die Landschaft kann vielfach auch am Mountainbike „erradelt“ werden. Bergwärts auf Entdeckung warten das Naturschutzgebiet von Montorge, der Stausee von Grand-Dixence oder das urtümliche Hérens-Tal.

 

Verkehrsmäßig gesehen ist Sion auch auf Achse: Die Autobahn N 9 führt in 90 Minuten nach Genf, auf der europäischen Bahnlinie Paris - Mailand hält der Zug täglich mehrmals in Sion. Als wichtigster Postauto-Knotenpunkt der Schweiz ist die Stadt bedeutender Verteiler für die umliegenden Ferienorte wie Val d’Hérens, Crans Montana, Nendaz, Veysonnaz, Anzère. Sion verfügt über eine vielfältige Gastronomie und Hotellerie mit hohem Genussfaktor. Alle Sinne können am Genuss teilhaben. Auf dem alljährlichen Musik-Festival Tibor Varga, das auf dem internationalen Festivalsparkett einen sicheren Platz abonniert hat und in dessen Mittelpunkt die älteste noch spielbare Orgel der Welt in der Stiftskirche auf Valere steht. Bei einer Weindegustation in einem der zahlreichen Keller, bei einem Raclette, bei einem Walliser Fondue mit maßgefertigtem gemütlichen Ambiente. Auf einem Streifzug durch die Kunstgalerien oder auf einer kleinen Bildungsreise mit Stops im Kunstmuseum, das gleich zwei Burgen braucht, im Museum für Naturgeschichte mit raren Exemplaren wie Bär, Wolf und Bartgeier und im archäologischen Museum, das spektakuläre Funde aus Sion mit einem Alter von bis zu 7.000 Jahren zeigt. Das bunte Programm ist äußerst vielfältig.

 

Die traditionelle Wahl der ”Königin der Königinnen” im späten Frühjahr steht der Anziehungskraft einer echten Miss-Wahl nicht im geringsten nach, die Reize, mit denen gelockt wird, sind nur etwas unterschiedlich: Bei diesem Sommerhighlight buhlen schwarze Eringerkühe in so genannten Ringkuhkämpfen oder combats de reines um die Siegesehre. Die Teilnahmebedingungen sehen denn auch ein wenig anders aus als bei gewöhnlichen Misswahlen: Milch geben im Frühjahr und trächtig sein im Herbst müssen die Wettkämpferinnen, um zugelassen zu werden.

 

Zu einem Sommer in Sion gehört dann ebenso ein Bummel durch die Altstadt, die mit ihren gediegenen, trendigen Boutiquen und Antiquitätenläden noch nicht zu bloßer Fotokulisse verkommen ist, wie Surfen und Baden in ”les Iles”, eine Radwanderung oder ”City-Biken” entlang den langgezogenen Apfelbaumfeldern. Eine weitere Attraktion: Der unteriridische See von St- Léonard, nur einen Steinwurf von Sion im Tal entfernt. Im Winter eignen sich Spaziergänge und Museumsbesuche im Tal zum Mischen mit der ohnehin schon bunten Wintersportpalette in der Hochebene. Eishockey-Spieler oder Eislaufprofis können auf den Eisbahnen in Sion an ihrer Technik feilen, während sie hier nebenbei traumhaft urlauben können. Jeden Winter werden Pauschalwochen angeboten, die als Bonbon verbilligte Skiabonnemente beinhalten.