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Stillt Sehnsüchte - die Zentralschweiz

Die Zentralschweiz steht ganz am Anfang: Hier begann mit dem Bund der Urner, Schwyzer und Unterwaldner auf dem Rütli die Schweiz - und mit dem Bau der Schöllenenbrücke der Transitverkehr über den Gotthard - und mit der Eröffnung der ersten Zahnradbahn Europas, 1871 auf die Rigi, die Reiseepoche.

 

Das gebirgige Land rund um den Vierwaldstättersee und die sanfte Seenplatte sind reich an historischen Sehenswürdigkeiten und landschaftlichen Schönheiten. Tell-Denkmal und raue Gipfel, belebte Städte und abgelegene Hochtäler, barocke Klöster und wilde Schluchten machen so richtig Lust auf Urlaub mit allem drum und dran. Durch Gischt pfeilen Surfer, ziehen Dampfschiffe majestätisch ihre Spur, am Himmel bunte Gleitschirme wie Schmetterlinge. Hier gibt es wirklich für die ganze Familie etwas zu erleben. In Engelberg, einem von 20 Familienorten der Schweiz, haben Kinder besonders viel Neues zu entdecken und auszuprobieren, ungeahnte Abenteuer zu bestehen: Yeti-Park mit Streichelzoo, Pony-Reiten, Indianer-Zelten, außerdem Bob-Bahn und Mountainbike. Und wo die Kinder Spaß haben und sich wohl fühlen, da ist der Erholungsfaktor für Eltern noch um ein Vielfaches höher.

 

Eine Hauptattraktion der Zentralschweiz stellt die Rigi hoch über dem Vierwaldstätter See dar, die mit ihrer fantastischen Panorama-Sicht bis nach Deutschland und Frankreich der beliebteste Ausflugsberg der Schweiz ist. Ein Netz von 130 Kilometer Wanderwegen lädt zum ausgiebigen Erkunden der Landschaft ein, Restaurants mit Sonnenterrassen zum anschließenden Ausruhen. Schon im neunzehnte Jahrhundert malten, schrieben und komponierten zahlreiche Künstler von den Naturschönheiten der Rigi, und Gäste wie Kaiser, Könige und Zaren sind die reinste Rigi-Werbung. Heute ist das Angebot noch reichhaltiger als damals, die Wahl der Reise- und Ausflugsmittel allein ist schon schwer, stehen doch im Sommer nostalgische Dampfzüge und moderne Wagen der Rigibahnen zur Verfügung, Zahnradbahn und Luftseilbahn sowie Raddampfer auf dem Vierwaldstätter See. Eins steht aber fest: ein solcher Ausflug ist jedenfalls reich an neuen „Aussichten“.

 

Auch in Weiß macht sich die Zentralschweiz ausgesprochen gut. Zeichnen sich die Seen im Winter anfangs noch scharf von der gleißend hellen Ungebung ab, fügen sie sich eine Weile später vereist in das Schneerelief. Fantastische Schneeverhältnisse herrschen hier bis in den Frühling. In den hoch gelegenen Gebieten bis 3.020 Meter über dem Meer gibt es Pulverschnee während der ganzen Saison, und Skifahren sowie Snowboarden ist auf gut präparierten Pisten möglich. Langlaufen wird mit dem pittoresken Hintergrund der Berge ebenso zum Erlebnis für die Sinne wie Wanderungen in der faszinierenden Landschaft und Ausflüge zu den verschiedenen Berggasthäusern. Kulturgenuss steht bei einem Besuch der weltberühmten Klöster in der Zentralschweiz und einer Luzern-Tour auf dem Programm, wo es natürlich die Kapellbrücke zu bestaunen und Museen und Konzerte, Musicals oder Ballett auf sich wirken zu lassen gilt. Es lohnt sich auch, noch eines der luzerner Winterhighlights wie Esstheater im November/Dezember oder den höchstgelegenen Weihnachtsmarkt der Welt auf dem Pilatus mitzunehmen. Mit Pferd und Wagen intakte Natur erleben ist am Ägerisee bei Zug angesagt, selbstverständlich kann man aber auch dort einfach im Rahmen einer Winterwanderung die wattig-weiße Kulisse bestaunen.

Luzern - die Postkartenstadt

Luzern - Hauptstadt des gleichnamigen Kantons - wird auch als „Stadt der vielen Gesichter“ bezeichnet. Dies trifft mehr als zu: einerseits ist die Stadt wunderschön am Vierwaldstättersee gelegen, andererseits spiegeln sich die nahen Berggiganten Pilatus und Rigi im See.

 

Man kommt schnell auf den Gedanken, dass man selbst dorthin mit Sicherheit auch eine Stadt gebaut hätte. Den oft so heiklen Vergleich von Realität und Postkartenansicht braucht Luzern jedenfalls nicht zu scheuen. Die Attraktionen der kleinen mittelalterlichen Stadt sehen auch in echt gut aus: beispielsweise die schönen alten Gassen, mondäne Hotels, die Seepromenade und natürlich die Kapellbrücke mit den wundervollen Giebelgemälden von Kriegen in alter Zeit.

 

Außerdem gibt es eine imposante Reihe namhafter Luzern-Begeisterter zum Vorzeigen: Richard Wagner komponierte hier, Mark Twain und Leo Tolstoi waren schon zu Gast, auch Goethe und Schiller stiegen hier ab. Und mit Picasso (im Am-Rhyn-Haus), Erni, Toscanini kommen noch ein paar klingende Namen dazu, die zur Vielfältigkeit Luzerns gehören wie die neuesten Kinofilme, die ältesten Gletscherfunde, spannende Sportveranstaltungen, relaxte Theaterabende, lautes Brauchtum an der Fasnacht, leise Töne im Konzertsaal, mehr als 10 lebendige Museen und ein "sterbender Löwe".

 

Nicht erst heute ist Luzern Brückenstadt; dass hier schon um 1400 vier Brücken standen, gilt als beispiellos in ganz Europa. Die um 1250 entstandene Hofbrücke (die im neunzehnten Jahrhundert abgerissen wurde) und die um 1300 erbaute Kapellbrücke, mit dem Wasserturm Wahrzeichen Luzerns, waren Teil der Stadtbefestigung. Die heute wenig attraktiv erscheinende Reussbrücke war der älteste Flussübergang und trug entscheidend zur Entstehung der Stadt bei. Nicht entgehen lassen sollte man sich die Kapellbrücke, die als älteste erhaltene Holzbrücke Europas im Giebel auch noch einen im siebzehnten Jahrhundert entstandenen Bilderzyklus auf dreieckigen Tafeln zeigt. Ein Großteil der Brücke und der Bilder wurde vor einigen Jahren durch einen Brand fast vollständig zerstört, konnte bald darauf aber weitgehend wieder hergestellt werden. Die zweite Holzbrücke Luzerns, die Spreuerbrücke, entstand um 1408 und ist ebenfalls mit einem Bilderzyklus aus dem siebzehnten Jahrhundert bestückt, dem berühmten Totentanz auf 65 Tafeln von Caspar Meglinger.

 

Luzern ist aber auch eine Stadt der historischen Plätze, Paläste und Kirchen. Im Mittelalter wurde auf dem Kornmarkt ein öffentliches Kaufhaus errichtet, das auch als Kornhaus genutzt und später zum Rathaus umgebaut wurde. Auch Kapellplatz, Hirschen-, Mühle- und Franziskanerplatz haben noch Reste ihres historischen Cachets bewahrt. Hofkirche, Rathaus und Ritterscher Palast sind wichtige Denkmäler der Spätrenaissance, während die Jesuitenkirche zu den bedeutendsten Barockkirchen zählt. Die Franziskanerkirche gilt als schönste gotische Kirche der Innerschweiz.

 

Für Geschichts- und Kunstfans hört die Liste sehenswerter Orte in Luzern einfach nicht auf. So lohnt es sich, die 800 m lange Museggmauer mit ihren Türmen aufzusuchen, die um 1400 entstand und als eine der am besten erhaltenen und längsten Wehrmauern der Schweiz gilt. Bei einem Rundgang dürfen "der sterbende Löwe" des dänischen Bildhauers Thorwaldsen, den Mark Twain zum “traurigsten und bewegendsten Stück Stein der Erde” erhob, das Bourbaki-Panorama als eines der wenigen erhaltenen Monumental-Rundgemälde der Welt und der Gletschergarten, wo es dann heißt, "vom subtropischen Palmenstrand zur Gletscherwelt der Eiszeit", keinesfalls fehlen. Das eindrückliche Naturdenkmal kann mit riesigen Gletschertöpfen und Findlingen aus der Eiszeit vor etwa 15000 bis 20000 Jahren und mit 20 Millionen Jahre alten versteinerten Muscheln und Palmblättern aufwarten.

 

Und noch ein luzerner Superlativ: Hier kann man die weltweit größte Raddampfer-Flotte auf einem Binnensee bestaunen und selbstverständlich auch selbst nutzen. Ganzjährige Verbindungen zu den Bergbahnen und Ferienorten am See laden zu Ausflügen mit Elemente-Wechsel ein. In der Saison startet in Luzern jede Stunde ein Schiff nach Flüelen und Alpnachstad. Spezialfahrten wie Fondue-Schiff, Musik-, Frühstücks- und Sonnenuntergangsfahrten laden ein zum Vergnügen pur.

 

Unterhaltungssuchende haben in Luzern keine Probleme, ihren Urlaub ihren Wünschen entsprechend zu gestalten. Im Sommer präsentiert sich die Stadt immer wieder in Feierlaune. Bereits neun Mal lockte das Blue Balls Festival als größte Blues Session der Schweiz zahlreiche Menschen im Juli nach Luzern. Neben den Hauptveranstaltungen im Kultur- und Kongresszentrum Luzern finden im Rahmen des Festivals auch Openair Konzerte im Pavillon am See und damit besonders reizvoll statt. Am 11. August dieses Jahres kann man das Leuchten der Nacht auf dem Seenachtsfest erleben, wo die traumhaften Feuerwerke am Luzerner Seebecken für eine einzigartige romantische Stimmung sorgen. Das ausgiebige Lucerne Festival vom 15. August bis 15. September und direkt nochmals vom siebzehnten bis 25. November, das seit 1938 alljährlich Musikfreunde aus der ganzen Welt anzieht, präsentiert dieses Jahr an die 80 Veranstaltungen, davon 28 Sinfoniekonzerte zum Thema «Schöpfung». Aus dem vollen Schöpfen ist also angesagt. Sportliches Highlight ist in diesem Jahr die Ruder-Weltmeisterschaft zwischen dem achtzehnten und 26. August, die auf dem Rotsee ausgetragen wird.