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Galicien - das immergrüne Spanien

Die Küste des Nordens wird auch "immergrünes Spanien" genannt. Mit einer gezackten Küstenlinie von 1.300 Kilometer Länge ist diese Region reich an unzähligen Inseln, fjördähnlichen Meeresarmen und von Bergen umgebenen Stränden.

 

Die Galicischen Förden wie die Küstenlinie auch genannt wird, haben eine große Rolle in der Geschichte dieser Region gespielt. Sie bildeten die Zugänge für die Zuwanderung verschiedener Völker wie  den Kelten, Römern oder später den Normannen oder Engländern. Und sie alle hinterließen Spuren, die die galizische Kultur bereichert haben. Die Besucher werden von der Kunst der Steinmetze, der Gastronomie, der Feste und Wallfahrten angelockt.

 

Galicien ist auf einer Fläche von 30.000 Quadratkilometern in vier Provinzen unterteilt. A Coruna, Lugo, Ourense und Pontevedra. Bis auf das küstenferne Ourense, das aber die höchsten Berge besitzt, haben alle anderen Provinzen einen Zugang zum Meer. Die gleichnamigen Städte sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen und besichtigen, sehenswert sind auch die Orte Santiago de Campostela mit seiner wunderschönen Kathedrale und Muros mit seinem malerischen Fischerhafen.

 

Um Galicien jedoch wirklich begreifen und erfassen zu können, muß man seine kleinen, in Nebelschleier eingehüllten Dörfer erleben. Diese liegen in einer Landschaft, die den Eindruck erweckt, dass die Zeit hier stehen geblieben sei, da sie über Jahrhunderte hinweg unverändert geblieben ist.

 

Wer die Spanier kennt, der weiß, das dieses Volk gerne und ausgiebig feiert und das ist auch in Galicien nicht anders. Über das ganze Jahr verteilt, finden Veranstaltungen statt, die jeder Besucher mal mitgemacht haben sollte. Egal ob Karneval, diverse Weinfeste oder Patronatsfeste. Mit viel Getümmel und Volksbelustigungen ist auch bei den Jahrmärkten und Wallfahrten zu rechnen, die hier zu einer festen Institution geworden sind und gerne besucht werden.

 

Die einheimische Küche überrascht mit reichhaltigem Vorrat und einer großen Vielfalt an Krusten- und Schalenweichtieren, die man unbedingt mal probieren sollte, ebenso wie die exquisiten Weine.

Besuch im mittelalterlichen Pontevedra

Pontevedra entstand vor 2000 Jahren am Ufer des Flusses Lérez. Seine lange Geschichte als Verkehrknotenpunkt und Seefahrerort spiegelt sich in seiner Altstadt wieder. Beim Spaziergang durch diese alten und eng verschlungenen Gassen wird man in eine mittelalterliche Ortschaft versetzt. Die Stadt mit ihren vielen reizvollen Winkeln wird sowohl von stämmigen Steinpalästen als auch von rein volkstümlichen Gebäuden geprägt, wie etwa rund um die Plätze O Teucro und A Ferreria zu sehen ist.

 

Rings um die Plaza de la Lena kann man an den Häusern heimische Steinmetze bewundern, drei von ihnen sind im Provinzialmuseum vertreten. Das Museum besteht aus fünf wunderschönen Gebäuden und bewahrt wertvolle Sammlungen keltischer Goldschmiedekunst und jungsteinzeitlichen Gegenständen auf sowie eine interessante Ausstellung von Gemälden und Gagatstücken. Die Kirche San Bartolomé o Novo steht gleich in der Nähe.

 

Außerhalb der Altstadt liegen die Ruinen des im 14. Jahrhunderts erbauten Klosters Santo Domingo. Der Renaissance-Stil Galiciens ist in der Basilika Santa Maria vertreten. Die ganze Stadt steht unter dem Zeichen des Jakobsweg, der von Portugal kommend Pontevedra durchquert und zum Grab des Apostels führt. Auf ihm zogen seit dem Mittelalter Pilger durch die Stadt. Der Grundriss des Heiligtums der Pilgerin hat die Form einer Muschel, dem Symbol des Jakobsweg. Das klassizistische Gebäude mit seiner geschwungenen Fassade beherbergt ein Bildnis der Jungfrau, der Schutzpatronin der Stadt.

 

Sehenswert ist auch die Römerbrücke. Eine alte Legende nennt Teucro als ihren "Vater", ein griechischer Schatzmeister, der nach dem Krieg von Troja ins Abendland reiste, um die Stadt zu bauen. Es waren aber die Römer, welche die ursprüngliche Brücke von O Burgo über dem Fluß Lérez errichteten. Heutzutage gibt es neue Brücken, die beide Flussufer miteinander verbinden.

 

In der Umgebung von Pontevedra liegen das Kloster Lérez mit Überresten aus dem 16., 17. und 18. Jahrhundert und das Kloster Tenorio mit einem sehenswerten Kreuzgang aus dem 16. Jahrhundert. Der Tradition entsprechend empfiehlt es sich eventuell nach den Besichtigungen in eines der Gasthäuser oder Restaurants einzukehren, um in den Genuss der einheimischen Küche zu kommen.